14.10.2009, 17:26 Uhr
Aus Hamburg berichtet Sebastian Schlichting
Lukas Podolski im Zweikampf mit dem Finnen Kasper Haemaelaeinen (Foto: ddp)Lukas Podolski schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn, als schien er selbst nicht genau zu wissen, wie der Ball reingegangen war. Nach Vorlage von Miroslav Klose hatte der Stürmer das Spielgerät nicht richtig getroffen, trotzdem kullerte der Ball aus Nahdistanz über die Linie. "Eines der schönsten Tore meiner Karriere", kommentierte Podolski lachend den Ausgleich zum 1:1 in der 90. Minute gegen Finnland.
Deutschland vermied so trotz einer schwachen Vorstellung die erste Niederlage der WM-Qualifikation. Diese hatte gedroht, nachdem Jonatan Johansson in der elften Minute für sein Team erfolgreich gewesen war.
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Auf sechs Positionen hatte Bundestrainer Joachim Löw die siegreiche Elf von Moskau verändert. Und diese unter anderem durch Michael Ballack verstärkte zweite Garde zeigte für einige Minuten, dass sie durchaus gewillt war, den 51.500 Fans trotz der klaren Verhältnisse in Gruppe 4 Unterhaltsames zu bieten. Doch mehr als eine Eingabe von Piotr Trochowski, die Podolski knapp verpasste, kam nicht heraus (7.).
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Nach gut zehn Minuten hatten die Finnen verinnerlicht, dass ihr von dieser deutschen Mannschaft nicht viel Gefahr drohte. Also versuchten sie sich in der Offensive. Das Resultat ließ nicht lange auf sich warten: Roni Porokara hatte von Andreas Beck die Einladung zum Flanken erhalten, in der Mitte gewann Roman Emerenko das in Sachen Größenverhältnisse ungleiche Kopfballduell gegen Philipp Lahm und Johansson drückte den Ball über die Linie. Vor der Begegnung hatte er von Ballack einen Blumenstrauß anlässlich seines 100. Länderspiels bekommen, nun machte er sein 22. Länderspieltor.
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Nach diesem Ausrufezeichen zog sich Finnland wieder zurück und ließ die DFB-Elf kommen. Aber da sich das Angriffsspiel auf planlos in die Spitze geschlagene Bälle beschränkte, kam keinerlei Gefahr auf. Sicher stehen, den Ball in den eigenen Reihen laufen lassen und dann und wann angreifen - diese einfachen Methoden reichten den Finnen, um die Partie mühelos im Griff zu haben. "Da hat uns die nötige Konzentration gefehlt", sagte Podolski später. Und Arne Friedrich ergänzte, dass "wir dem Gegner zu viele Räumen gelassen haben". Bei einem Fernschuss von Eremenko wurde es sogar noch einmal richtig gefährlich für das deutsche Tor, doch René Adler klärte (34.). Trotzdem hatte Finnlands Coach Stewart Baxter in den ersten 45 Minuten "ein perfektes Spiel" seiner Mannschaft gesehen.
Bei den Gastgebern konnte keiner derjenigen auf sich aufmerksam machen, die sonst nicht zur Stammelf gehören. Aber auch Stammkräfte wie Lahm und Ballack trugen nichts zu einem konstruktiven Spielaufbau bei. Mehr als ein 18-Meter-Schuss von Ballack, der einen Meter drüber ging (16.), gab es nicht. Ansonsten wurden die größtenteils schweigenden Zuschauer nur zweimal aus ihrer Lethargie gerissen: Als Mario Gomez frei vorm Tor im Abseits stand (35.) und beim Pfeifkonzert zur Pause. "Es lief kaum etwas zusammen, der Gegner war auch geistig frischer", zeigte Löw Verständnis für die Reaktion.
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Nach der Pause brachte der Coach mit Mesut Özil und Christian Gentner für Thomas Hitzlsperger und Ballack zwei neue Leute und stellte von 4-3-3 auf 4-4-2 um. So kam etwas mehr Zug in die Aktionen. Cacau (51.) und Podolski (52.) schossen aus aussichtsreicher Position über den Kasten, zudem lenkte Niklas Moisander einen verunglückten Schuss von Trochowski Richtung eigenes Tor (61.). Die beste Chance hatten jedoch zunächst wieder die Finnen: Einen Schuss von Emerenko hielt Adler, beim zweiten Versuch stand Jari Litmanen, der später bei seiner Auswechslung auch von den deutschen Zuschauern mit viel Applaus bedacht wurde, im Abseits (49.).
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Immerhin war den Deutschen aber inzwischen anzumerken, dass sie nicht gewillt waren, die Qualifikation mit einer Niederlage abzuschließen. "Da hat die Mannschaft Moral bewiesen und sich gute Aktionen herausgearbeitet", sagte Löw. Die sich nach der Pause steigernden Beck und Trochowski bewegten einiges auf der rechten Seite. Eine sehenswerte Kombination schloss Beck mit einem Schuss aus 13 Metern ab. Doch der bis dahin fast nicht beschäftigte Keeper Jussi Jääskelainen parierte mit etwas Mühe (67.). Danach war es wieder Beck, der diesmal Özil stark bediente. Aber der Bremer knallte die Kugel weit übers Tor (77.).
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In den Schlussminuten kamen die nun müde wirkenden Finnen kaum noch aus der eigenen Hälfte, der Ball fand jedoch nicht den Weg ins Netz. Bei einer Trochowski-Flanke war Westermann einen Schritt zu spät dran (81.), einen Klose-Kopfball lenkte Jääskelainen ab (84.) und bei einem Özil-Versuch ans Außennetz jubelte bereits das halbe Stadion im Irrglauben, der Ball sei drin. Dies passierte jedoch erst einige Minuten später. Sehr zum Ärger der Finnen, die ein Handspiel von Klose bei der Vorarbeit gesehen haben wollten.
Quelle: t-online.de
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