17.11.2009, 15:50 Uhr
Führt Otto Rehhagel die Griechen nach Südafrika? (Foto: dpa)Über seine Zukunft will Otto Rehhagel nicht sprechen, als griechischer Nationaltrainer könnte sie bereits am Mittwoch zu Ende gehen - ausgerechnet in seinem 100. Länderspiel als Chefcoach. Im Playoff-Rückspiel gegen die Ukraine in Donezk (Mittwoch, ab 18.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker)kämpft der Europameister von 2004 um seine letzte Chance auf ein WM-Ticket nach Südafrika.
Der 71 Jahre Rehhagel gerät derweil immer mehr in die Kritik. Nachdem die Tageszeitung "Ta Nea" bereits das Ende der achtjährigen Ära Rehhagel gefordert hatte ("Dankeschön und auf Wiedersehen"), schloss sich nun das konservative Blatt "Kathimerini" der öffentlichen Debatte an: "Trotz der Blamage sind alle auf ihren Posten geblieben", hieß es im Rückblick auf das punktlose Vorrunden-Aus bei der EM 2008. "Die Mannschaft stagniert. Und das seit 2004. Rehhagel hat es nicht mehr riskiert, rechtzeitig das Team zu erneuern. Er hat nicht mehr nach Lösungen gesucht."
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Der Vertrag des langjährigen Trainers von Werder Bremen läuft noch bis zum Ende der WM - wenn sich die Griechen qualifizieren. Doch nach einem wenig Mut machenden 0:0 im Hinspiel befürchten die Fans, dass Rehhagel erneut mauert und auf ein Glückstor oder aufs Elfmeterschießen setzt. Im letzten Training in Athen vor dem Abflug in die Ukraine wurden schon mal Strafstöße geübt. Offen ist, ob der Leverkusener Theofanis Gekas als einzige Spitze aufläuft oder der Nürnberger Angelos Charisteas. "Ich bin mir sicher, dass die Spieler am Mittwoch alles geben werden, damit wir uns qualifizieren", sagte Verbandspräsident Sofoklis Pilavios.
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Die Leistungsträger aus dem 2004-Team, Charisteas, Karagounis und Katsouranis, haben nach Angaben der Sport-Zeitung "To Fos" geschworen, dass sie "körperlich und geistig alles geben werden", um ihren Mentor vor einer Blamage zu bewahren. Ein überraschender Triumph in Donezk wäre für Rehhagel eine große Genugtuung - und würde ihn zum ersten Mal in seiner langen Karriere zu einer WM bringen. Wegen der Schweinegrippe hat Rehhagels Team nicht nur eigene Köche, sondern auch Essen und einen Vorrat an Mineralwasser mit im Flieger.
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Vor dem Entscheidungsspiel ist es derweil zwischen den ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow, Besitzer von Schachtjor Donezk und Donbass Arena, und dem ukrainischen Verbandschef Grigori Surkis zu einem bizarren Streit über die als überteuert angesehenen Eintrittskarten gekommen. Der Verband FFU will die Tickets für den von der FIFA vorgegebenen Preis zwischen 165 und 665 Euro verkaufen. Achmatow hat angeboten, alle 50.000 Karten für 1,5 Millionen US-Dollar (1 Million Euro) aufzukaufen und sie für maximal je 25 Euro an die Fans abzugeben. Andernfalls drohe ein leeres Stadion, argumentierte er. In der schwer von der Wirtschaftskrise betroffenen Ex-Sowjetrepublik werden derzeit Durchschnittslöhne von rund 150 Euro bezahlt.
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Quelle: dpa
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