15.11.2009, 14:46 Uhr
Borussia Dortmunds Ägypter Zidan läuft dem Algerier Rafik davon. (Foto: Reuters)Die Emotionen kochen hoch: Rund um das WM-Qualifikationsspiel Ägypten-Algerien in Kairo ist es zu erheblichen Ausschreitungen gekommen. Einem Augenzeugenbericht zufolge schritt die Polizei nicht ein, als nach Spielende der Mannschaftsbus Algeriens und Busse mit Fans von ägyptischen Fanatikern mit Steinen und anderen Wurfgeschossen attackiert worden sind.
Dabei wurden offenbar drei algerische Fans verletzt. Angeblich soll eine Sicherheitssperre der ägyptischen Polizei nicht besetzt gewesen sein und in Sichtweite platzierte Sondereinheiten nicht eingegriffen haben. Ägypten musste mit 2:0 gewinnen, um ein Entscheidungsspiel zu erreichen. In der Nachspielzeit gelang den Gastgebern das Kunststück. Algerien hatte für ein eventuelles Entscheidungsspiel Tunesien als Spielort gewünscht, Ägypten den Sudan. Die FIFA hat losen lassen und Ägypten hatte gewonnen.
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Ein AFP-Korrespondent berichtet, ein ägyptischer Sicherheitspolizist sei zu den Randalierern gegangen und habe gesagt: "Sie sind alle weg. Ihr könnt nach Hause gehen." Schon bei der Ankunft der algerischen Mannschaft hatte es auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel Attacken gegeben, dabei sollen auch algerische Spieler verletzt worden sein. Die Algerier bemängelten gewollt mangelnden Polizeischutz. Alle Scheiben des Mannschaftsbusses zersplitterten. Beim Spiel liefen drei Spieler mit sichtbaren Verletzungen auf. Die Ägypter sprachen ihrerseits von einer "Inszenierung".
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Das Ergebnis hat sogar Auswirkungen in Frankreich gehabt, wo algerische Migranten in Lyon und Marseille ihrer Wut freien Lauf gelassen haben, nachdem das Tor in der Nachspielzeit die erste direkte WM-Qualifikation Algeriens nach 1986 verhindert hat. Im Hafen von Marseille wurden sechs Freizeitschiffe in Brand gesetzt, von denen zwei sanken. Es kam - wie in Lyon - zu Sachschäden an Gebäuden und Autos. Hundertschaften von Polizei mussten aufgebrachte Algerier oder Franzosen algerischer Herkunft in Schach halten. Es wurde Tränengas eingesetzt.
Quelle: sid
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