
vom Sun Nov 22 12:17:27 CET 2009
Zinedine Zidane unterstützt Thierry Henry. (Foto: imago)Das Handspiel des französischen Nationalmannschaftskapitäns Thierry Henry im Play-off-Rückspiel für die WM 2010 in Südafrika gegen Irland erregt weiter die Gemüter. "Thierry Henry ist kein Falschspieler. Der Regelverstoß ist immens, und er hat ihn begangen. Das ist für die Iren schwer zu verdauen, aber das passiert immer wieder während eines Spiels. Ich möchte Thierry unterstützen. Man soll auch nicht übertreiben", sagte der frühere Nationalspieler Zinedine Zidane in einem Fernseh-Interview.
Der irische Verband hat indes seine Anstrengungen, eine Wiederholung des Duells in Frankreich (1:1 n.V.) zu erreichen, aufgegeben. Dennoch protestierten am Samstag rund 200 irische Fans vor der französischen Botschaft in Dublin und forderten nochmals ein Wiederholungsspiel.
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Die irische Föderation FAI hatte beim Weltverband sogar zweimal eine Wiederholung in Frankreich beantragt. Die FIFA hatte aber bereits erklärt, dass es keine Wiederholung der Begegnung geben könne. "Die FIFA stellt fest, dass das Spielergebnis nicht abgeändert und das Spiel nicht wiederholt werden kann. Wie die Spielregeln eindeutig aussagen, werden während eines Spiels Entscheidungen durch den Schiedsrichter getroffen, und diese Entscheidungen sind endgültig", hatte die FIFA mitgeteilt.
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Henry hatte in der Verlängerung den Ball mit der Hand im Strafraum mitgeführt und anschließend das Ausgleichstor durch William Gallas vorbereitet. Im Punktspiel des FC Barcelona in Bilbao (1:1) kam der angeschlagene Henry in den letzten sechs Minuten zum Einsatz und wurde bei seiner Einwechslung gnadenlos ausgepfiffen. Abgesehen von dem Eintrag auf seiner Internet-Seite, auf der Henry gewünscht hat, dass das Spiel wiederholt wird, verweigerte der Torjäger jede aktuelle Stellungnahme.
DFB-Präsident Theo Zwanziger hat derweil um Verständnis für Henry geworben: "Das ist Betrug. Ich weiß aber nicht, ob die Franzosen geklatscht hätten, wenn Henry zum Schiedsrichter gegangen wäre und das Handspiel zugegeben hätte." Auch Henrys ehemaliger Vereinstrainer Arsene Wenger nahm den Kapitän der Equipe Tricolore in Schutz. "Der Fußball und der Sport sind voll von Helden, die zehnmal mehr als Thierry betrogen haben", sagte der Coach von Arsenal London, der Henry lange betreut hatte: "Die Leute, die Schiedsrichter kaufen oder Drogen nehmen sind die wahren Betrüger. Henry hat Jahre ehrlichen Verhaltens hinter sich, es ist ungerecht, wie ihn die Leute attackieren."
Special
Zwanziger forderte seinerseits zur Zurückhaltung in der Beurteilung von Henrys Aktion auf: "Fair Play ist einfach, wenn es um nichts geht. Wir haben nicht das Recht zu sagen, was er hätte tun sollen, ohne dass wir uns selbst in so einer Situation befunden haben." Für den DFB-Präsident bleibe Henry dennoch ein großer Sportsmann. Er habe es jedoch verpasst, "sich durch eine große Aktion unsterblich zu machen".
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