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WM 2010: Thierry Henry gibt Handspiel gegen Irland zu

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Frankreich mogelt sich nach Südafrika

19.11.2009, 08:10 Uhr

Fahren zur WM nach Südafrika: Thierry Henry und Frankreichs Trainer Raymond Domenech (Foto: imago) Fahren zur WM nach Südafrika: Thierry Henry und Frankreichs Trainer Raymond Domenech (Foto: imago)Giovanni Trapattoni und Irland mussten auf besonders bittere Art und Weise ihren Traum von der WM 2010 in Südafrika begraben. Der Skandal des Spiels war das nicht zu übersehende Handspiel des französischen Kapitäns Thierry Henry, der für William Gallas zum Ausgleich auflegte. Denn nachdem die Iren gegen Frankreich in der vergangenen Woche zu Hause eine 0:1-Niederlage bezogen hatten, kamen sie im Relegations-Rückspiel in Paris nur zu einem 1:1 (0:1; 0:1) und mussten den Franzosen um Trainer Raymond Domenech den Vortritt nach Südafrika lassen.

Henry gab sein Vergehen später sogar zu. Wie der "Irish Independent" berichtet, sagte der Stürmer gegenüber Irlands Abwehrspieler Richard Dunne: "Ich habe den Ball mit der Hand gespielt. Das habe ich nicht gewollt."

Dunne: "Thierry hat zugegeben, dass er gemogelt hat"

Dunne weiter: "Er sagte uns, dass wir es verdient hätten zu gewinnen. Aber was soll ich damit anfangen? Ich fühle mich jetzt noch schlechter. Er hat zugegeben, dass er gemogelt hat. Auch wenn er sagt, dass er es nicht wollte, ist es doch offensichtlich, dass er es wollte. Jeder konnte es sehen, aber es wird an der endgültigen Entscheidung nichts ändern."

Irischer Justizminister fordert Wiederholungsspiel

Wegen des ungeahndeten Handspiels von Henry hat der irische Justizminister Dermot Ahern eine Wiederholung des Qualifikationsspiels gefordert. Im Interesse des Fairplays müsse der Weltfußballverband FIFA einschreiten, sagte er. "Sie werden es uns wahrscheinlich nicht bewilligen, weil wir ein kleiner Fisch im Weltfußball sind", gab sich Ahern jedoch wenig zuversichtlich. "Sollte das Ergebnis bleiben, verstärkt es die Sicht, dass man gewinnt, wenn man betrügt."

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Die Hand Gottes

Den Franzosen blieb ein weiteres Mal die Schmach erspart, sich die WM-Endrunde, wie zuletzt 1994, im Fernsehen ansehen zu müssen. Die Empörung über Frankreichs "Mogel-Tor" ist groß. Die französische Zeitung "L'Equipe" titelte auf ihrer Seite eins "Die Hand Gottes" und stellte damit einen Bezug zu Diego Maradona her, der bei der WM 1986 in Mexiko im Viertelfinale gegen England ein Tor mit der Faust statt mit dem Kopf erzielt hatte.

Lizarazu: "Das war eine Katastrophe"

Bixente Lizarazu ließ kein gutes Haar an der Equipe Tricolore. Der Ex-Bayern-Spieler sagte zur Leistung seiner Nachfolger: "Das war eine Katastrophe. Es war die schlechteste Leistung einer französischen Nationalmannschaft, die ich in den letzten zwei Jahren gesehen habe. Wir dürfen wahrlich nicht stolz sein."

Um die WM-Teilnahme betrogen

Die Iren fühlen sich um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft betrogen. Schon bei der Auslosung wurden Stimmen laut, weil die großen Teams Frankreich und Portugal gesetzt waren, somit nicht aufeinander treffen konnten. "Wenn es hart auf hart kommt, kommen die großen Mannschaften immer durch", sagte Dunne. "Die WM-Verantwortlichen wollten, das diese beiden Nationen dabei sind und sie haben es geschafft. Unglücklicherweise haben wir schon gedacht, dass so etwas passieren würde und genauso ist es gekommen."

Frankreich am Rand der Katastrophe

In ihrer Gruppe 8, in der auch Weltmeister Italien mitspielte, blieben die Iren in zehn Spielen ungeschlagen. Sie hätten es verdient gehabt, nach Südafrika zu fahren. Zumal sie den großen Favoriten aus Frankreich an den Rand einer nationalen Katastrophe brachten. Irlands Kapitän Robbie Keane glich mit seinem Treffer in der 33. Minute das 0:1 aus dem Hinspiel aus und führte sein Team damit in die Verlängerung. Die Gäste waren nach der Heimniederlage mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ins Spiel gegangen, zumal Frankreichs Mittelfeldspieler Lassana Diarra die Iren unmittelbar nach der ersten Partie beschimpft und die Provokationen auch in den Tagen danach noch fortgesetzt hatte. Während die Franzosen in der hart und aggressiv geführten Partie zunächst überhaupt nicht ihren Rhythmus fanden, übernahm die Mannschaft von Tapattoni das Kommando.

Special

Duff mit super Vorarbeit

In der 24. Minute klärte Frankreichs Torhüter Hugo Lloris noch in letzter Sekunde vor Keane, drei Minuten später kam Kevin Doyle völlig frei zum Kopfball, verfehlte aber knapp das Tor. In der 33. Minute war Lloris dann aber machtlos, als Tottenham-Angreifer Keane nach einer klasse Vorarbeit von Damien Duff zum Entsetzen der einheimischen Fans das 0:1 erzielte. Rund 15.000 Iren, viele davon per Zug von Köln aus angereist, waren dagegen im mit 85.000 Zuschauern voll besetzten Stade de France völlig aus dem Häuschen.

Enttäuschende Franzosen

"Wir haben die erste Halbzeit verschlafen", sagte Domenech unmittelbar vor Beginn der zweiten Halbzeit, verzichtete aber zunächst noch auf weitere Wechsel. Bereits in der neunten Minute musste der Trainer Sebastien Squill bringen, der für den mit Nasenbeinbruch ausgeschiedenen Julien Escude kam. Zu Beginn der zweiten Halbzeit fanden die Franzose immer noch nicht zur erhofften Gefährlichkeit. Ein harmloser Weitschuss von Chelseas Stürmerstar Nicolas Anelka in der 54. Minute hatte fast schon Symbolcharakter, in der 62. Minute scheiterte Barcelonas Angreifer Henry aus aussichtsreicher Position.

Offener Schlagabtausch

Die Iren drückten dagegen weiter aufs Tempo. In der 61. Minute vergab Damien Duff aus acht Metern, in der 73. Minute ließ sich Keane noch in letzter Sekunde von Lloris abdrängen und verpasste damit die mögliche Entscheidung.



Quelle: t-online.de , dpa

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