01.07.2010, 13:36 Uhr | dpa, sid
Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona lässt Kritik an ihm oder seiner Mannschaft für gewöhnlich lässig abperlen. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Der ehemals beste Fußballer der Welt mutiert immer mehr zum besten Entertainer der WM, je näher der Viertelfinal-Klassiker Argentiniens gegen Deutschland rückt: "Bist du nervös, Schweinsteiger?", konterte Diego Maradona die verbalen Spitzen des Mittelfeldchefs der Gegenseite. Maradona und Argentinien haben "keine Zeit, um uns über Dich Gedanken zu machen." Jeder versucht fleißig, dem respektierten Kontrahenten mehr Nervosität einzureden als im eigenen Lager herrscht. Schweinsteiger hatte die Argentinier im Rückgriff aufs umkämpfte WM-Viertelfinale von 2006 als grundsätzlich respektlos bezeichnet: "Sie versuchen immer, zu provozieren, im Spiel und schon davor. Aber die Argentinier sind eben so, das ist ihre Mentalität und ihr Charakter." (Klicken Sie sich hier durch Maradonas Karriere in Bildern).
In dieser Disziplin gaben die Jungs von Bundestrainer Joachim Löw vor der Revanche für 2006, die Argentinien plant und sich wünscht, den Gauchos das Feld nicht kampflos frei. "Wir wissen, dass die Südamerikaner sich sehr impulsiv und temperamentvoll verhalten und nicht wirklich verlieren können. Ich hoffe, dass wir am Samstag erleben, wie sie diesmal mit der Niederlage umgehen", sagte Schweinsteigers Münchner Mitspieler und DFB-Kapitän Philipp Lahm in Anspielung auf die vom Gegner angezettelten Handgreiflichkeiten nach dem deutschen Sieg nach Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale vor vier Jahren in Berlin.
"2006 war ein heißes Spiel. Die Argentinier sind herzliche, gesellige, freundliche Menschen - aber wenn es auf den Platz geht, vergessen sie dies. Es gibt immer Diskussionen und Provokationen", erklärte auf der Pressekonferenz im DFB-Quartier auch Teammanager Oliver Bierhoff. Der frühere Mittelstürmer war 2006 selbst mittendrin und Ziel argentinischer Hände, als sich das Match mit anderen Mitteln fortsetzte.
Das wird dieses Mal ausbleiben, soweit Maradona zu glauben ist: "Meine Jungs denken nur an das Spiel und die Möglichkeit, eine Revanche zu haben", sagte Argentiniens vergöttertes Idol. "Wir werden Deutschland attackieren, gewinnen, und das ist es, was Schweinsteiger nervös macht. Mir ist es egal, was Du über Tritte sagst. Egal, ob Du behauptest, dass wir schlechte Verlierer seien." Maradona betonte, keine "große Sorge" vor dieser Partie zu haben.
Wer bei der Albiceleste verpennt, hat nichts zu lachen. Denn Maradona knüpft sich die Schuldigen persönlich vor. zum Video
Zudem verteidigte der 49-Jährige erneut Schweinsteigers Münchner Kollegen Martin Demichelis: "Wer hat gesagt, dass er schlecht gespielt hat?", fragte Maradona im TV-Sender Fox Sports bezüglich der Vorstellungen seines Innenverteidigers. Demichelis sei ein starker Abwehrspieler. "Der Fehler, den er gegen die Koreaner gemacht hat, hätte jedem passieren können." Der Profi des FC Bayern hatte das Gegentor beim 4:1 in der Gruppenphase über Südkorea verschuldet und sich auch sonst einige Unkonzentriertheiten geleistet.
Auch auf seinen Nachwuchsstürmer Angel Di Maria ließ Maradona nichts kommen: "Mit ihm bin ich sehr geduldig. Er macht genau das, was ich von ihm erwarte. Angel kann jeden Moment explodieren. Das liegt schon in der Luft." Während Maradona beim 1:0-Sieg gegen die DFB-Elf am 3. März in München nur auf zwei Spitzen setzte, wird er beim Wiedersehen wohl weiter an seinem bei der WM erprobten 4-3-3-System festhalten. "Bei unseren Spielern wäre es eine Sünde, daran etwas zu ändern", sagte der Weltmeister von 1986, der im WM-Finale 1990 gegen Deutschland die wohl schmerzhafteste Niederlage seiner Karriere einstecken musste.
Die Südamerikaner sind laut DFB-Kapitän Philipp Lahm sehr temperamentvoll und können nicht verlieren. zum Video
Demichelis selbst hat unterdessen fehlenden "Respekt" aus dem deutschen Lager beklagt. "Aber für mich ist nicht so wichtig, was gesagt wird. Wichtig ist für mich, was Samstag auf dem Platz ist. Da werden wir die Antwort geben." Schweinsteiger könne eine Stunde lang so reden, er würde ihm keine Aufmerksamkeit geben.
Joachim Löw hält sich aus den verbalen Scharmützeln raus. Stattdessen gab es Lob für Maradona. "Er war als Spieler ein Genie und ein Phänomen. Als Trainer kann ich ihn nicht so beurteilen. Aber ich habe nur Gutes über ihn gehört. So, wie die Mannschaft hier spielt, mit welcher Überzeugung und mit welchem Stolz, da ist seine Handschrift zu erkennen", sagte der Bundestrainer.
Rückblick: Nach dem Testspiel gegen Deutschland vor der WM verlässt Maradona beim Anblick von Müller die PK. zum Video
Quelle: dpa , sid
Heinzi schrieb:
am 1. Juli 2010 um 16:24:03
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Maradona
Als Fussballer erste Sahne,das Beste was ich gesehen habe.Als Mensch eine komplette Null.Der hat noch nicht einmal einen schlechten
Charakter,der hat garkeinen.Abledern die Gauchos und der nächste bitte.
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Peter schrieb:
am 1. Juli 2010 um 16:22:43
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Andere sagen gar nichts und siegen am Ende, die anderen spielen sich vor dem Spiel hoch und verlieren dann. Das was Maradona jetzt macht
hat auch Engalnd gemacht und am Ende hat England nun mal verloren. Man darf Argentinien nur nicht spielen lassen, dann kann man die auch schlagen. Außerdem feiert dieser Maradona einen 1:0 Sieg genauso wie jeden anderen Sieg da merkt man doch schon das er eigendlich nur Aufmerksamkeit braucht und im Mittelpunkt stehen will.
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Peter schrieb:
am 1. Juli 2010 um 16:20:49
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Maradonna
Schweinsteiger hat schon recht, dass die Argentinier nicht verlieren können. Das hat man ja an der WM2006 gesehen. Aber die
Wahrheit will keiner hören. Auch die Mexikaner sind provoziert worden. Wenn Argentinien nicht so zum Spiel kommt wie geplant, fangen die bestimmt wieder mit Fouls an und Provokationen. Das war bei denen schon immer so auch bei der WM 1990.
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