19.11.2009, 15:48 Uhr
Thierry Henry und die Hand Gottes. (Foto: afp)Die Hand Gottes sicherte Frankreich das WM-Ticket - und lässt eine Nation vor Scham im Boden versinken. 23 Jahre nach dem ebenso legendären wie irregulären Maradona-Tor im Viertelfinale der WM in Mexiko sorgte Thierry Henry für einen Skandal. Der Ausnahme-Kicker legte William Gallas, dem Torschützen zum 1:1, den Ball per Hand vor und beraubte Irland damit aller WM-Träume.
Thierry Henry versuchte erst gar nicht, das Handspiel zu leugnen: "Ja, es war ein Handspiel, aber ich bin nicht der Schiedsrichter."
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"Le Hand Gottes - Betrüger Henry macht einen Maradona", titelte Englands Boulevardblatt "The Sun". Irlands Justizminister Dermot Ahern forderte die Neuansetzung der Partie: Im Interesse des Fairplays müsse der Weltverband FIFA einschreiten. Auch der irische Verband (FAI) will ein Wiederholungsspiel. "Die offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters hat die Gesetze des Sports verletzt. Deshalb fordern wir den Weltverband unseres Sports auf, ein Wiederholungsspiel anzusetzen", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.
Das zweite Hand-Gottes-Tor hat heftige Empörung auf dem Kontinent ausgelöst. "Sie haben uns beraubt", fauchte Irland-Coach Giovanni Trapattoni, dessen Elf nach Robbie Keanes 1:0 dicht vor der Sensation stand. Für Raymond Domenech hingegen bereite das Schummeltor der Freude keinen Abbruch. Der weiter heftig in der Kritik stehende Coach meinte, er habe von der Bank aus kein Handspiel gesehen. "Solche Tore gehören zum Fußball", behauptete dreist Torschütze Gallas.
Bixente Lizarazu ließ kein gutes Haar an der Equipe Tricolore. "Das war eine Katastrophe. Es war die schlechteste Leistung einer französischen Nationalmannschaft, die ich in den letzten zwei Jahren gesehen habe. Wir dürfen wahrlich nicht stolz sein" sagte der ehemalige Bayern-Spieler. Nur Trainer Raymond Domenech lächelte. "Ich habe gewusst, dass wir uns qualifizieren. Und jetzt lassen Sie mich diese Qualifikation genießen."
Trotzdem stellte "L'Equipe" in einem Leitartikel auf der Seite eins schon die Frage, ob Domenech trotz erfolgreicher Qualifikation der richtige Trainer für die WM sei, nachdem er schon bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz als Coach jämmerlich versagt habe. Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes gab zu: "Es waren zwei Jahre Galeere. Wir waren heute wie gelähmt. Aber Hauptsache, wir sind qualifiziert."
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Quelle: sid , dpa
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