23.06.2010, 10:32 Uhr | dpa, sid
Djibril Cissé hält sich angesichts der blamablen Leistung der Franzosen den Kopf. (Foto: imago)
Die französische Nationalmannschaft wird nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM in Südafrika mit Hohn und Spott überzogen. "Der Alptraum ist endlich vorbei", "Danke und auf Wiedersehen" oder "Und noch einmal Bravo! Die Tragikomödie hat endlich ein Ende", titelten die Blätter in der Heimat. "Vollkommen unwürdig, beschämend und empörend" sowie "unausstehlich" lauteten andere Kommentare am Folgetag der Niederlage der Bleus gegen Südafrika. Niemand ließ auch nur ein gutes Haar am Team von Trainer Raymond Domenech. Staatschef Nicolas Sarkozy soll zudem Stürmerstar Thierry Henry zu einer Aussprache den Präsidentenpalast gebeten haben.
"Der Vize-Weltmeister aus Frankreich hat bei der WM in Südafrika die schwärzeste Stunde seiner Geschichte erlebt. Ein unerträglicher Leidensweg für die Fans, denen nichts erspart geblieben ist", schrieb die Tageszeitung "Le Figaro". Eine apokalyptische Weltmeisterschaft, die in Hoffnungslosigkeit und als Alptraum zu Ende gegangen sei, konstatierte das Hauptstadt-Blatt "Le Parisien". "Danke Jungs, Ihr habt den Franzosen den angehenden Sommer verkorkst", hieß es weiter. "Libération" schrieb: "Die Weltmeisterschaft droht auf lange Sicht das Bild des französischen Fußballs zu beschädigen. (...) Ein großes Desaster."
Frankreich hatte sich mit einer tristen 1:2-Schlappe gegen Südafrika aus dem WM-Turnier verabschiedet. Vorausgegangen war eine beispiellose Serie von Skandalen. Star-Stürmer Nicolas Anelka musste vorzeitig nach Hause fahren, weil er Domenech übelst beleidigt haben soll. Das Team um Franck Ribéry trat daraufhin aus Solidarität in den Streik und verweigerte das Training. Ein handfester Streit zwischen dem französischen Team-Kapitän Patrice Evra, und Konditionstrainer Robert Duverne sowie der Rücktritt von Delegationschef Jean-Louis Valentin machten das Chaos komplett.
Nach der Heimkehr droht dem Team nun ein Spießrutenlauf - auch wenn der Abschied von Trainer Domenech bereits vor der WM besiegelt war. Sarkozy hat die Aufarbeitung der Chaos-Tage in Südafrika zur Chefsache gemacht, seine Sportministerin Roselyn Bachelot will gnadenlos aufräumen. "Frankreich ist nicht bereit ihnen zu vergeben", überschrieb der "Parisien" seine Titelstory.
Die Equipe Tricolore hinterlässt nach der Pleite gegen Südafrika resignierte Anhänger. zum Video
Währenddessen freut man sich in Irland, das in der WM-Quali durch einen irregulären Treffer der Franzosen gescheitert war, über das schlechte Abschneiden der Equipe Tricolore ein Loch in den Bauch. "Ich bin sehr froh, dass es dieses Ende genommen hat. Sie sind einfach auf dem falschen Weg dorthin gekommen", sagte Ex-Nationalspieler Liam Brady. "Sie waren richtig, richtig schlecht", ergänzte der Assistenztrainer der Iren. Auch die irische Presse kommentierte das Vorrunden-Aus der Bleus mit Schadenfreude. "Lächerliche Franzosen erleiden Bruchlandung und verbrennen", titelte die "Irish Times". "Trauriger Domenech beklagt geplatzten Traum", lautete die Schlagzeile der Tageszeitung "The Examiner".
Quelle: sid , dpa
Franco schrieb:
am 29. Juni 2010 um 19:57:16
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WM 2010
Schade für die Franzosen aber die hochmütigen Italiener haben nichts anderes verdient als in der Vorrunde auszuscheiden.
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häbäät schrieb:
am 29. Juni 2010 um 15:43:24
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adieu les bleus
Ich kann die Iren gut verstehen, das sehe ich ganz genau so! Irgendwer im Himmel hat sich mal so richtig ans Aufräumen
gemacht. Zuerst die französischen Linkmichel raus, dann das Wembley-Tor gesühnt, mal sehen, was noch kommt.
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Praesi schrieb:
am 29. Juni 2010 um 14:15:28
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Schlussstrich
Ich kann schon verstehen, das sich die "Politik" da auch zu Wort meldet. Schliesslich tragen die Spieler ein NATIONALtrikot.
Wirkliche Entscheidungen sollte sie aber nicht treffen dürfen. Aber egal ob von Politik oder Verband veranlasst: von den alternden Meuter-Stars der Equipe Tricolore würde bei mir KEINER mehr ein Nationaltrikot tragen! Gute Voraussetzungen für einen kompletten Neuanfang, der eh längst überfällig ist.
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