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WM 2010: Frankreichs Sportministerin will Chaos beenden

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Frankreichs Sportministerin will Chaos beenden

21.06.2010, 10:25 Uhr | dpa, sid

Für Kapitän Patrice Evra ist der Maulwurf das entscheidende Problem in der Mannschaft. (Foto: dpa)

Für Kapitän Patrice Evra ist der Maulwurf das entscheidende Problem in der Mannschaft. (Foto: dpa)

Der französische Fußball erlebt eine der schwersten Krisen seiner Geschichte. Das blamable Auftreten des Nationalteams bei der WM in Südafrika lässt die Grande Nation vor Scham im Boden versinken. Nach der Meuterei der Spieler gegen Trainer Raymond Domenech fordern selbst Politiker schonungslose Konsequenzen. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist erbärmlich und dramatisch", kommentierte der ehemalige Sportminister und Parlamentsabgeordnete Jean-François Lamour in der Zeitung "Le Parisien". "Das ist inakzeptabel", hatte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bereits am Wochenende geschimpft.

Frankreichs Sportministerin Roselyn Bachelot soll dem Chaos jetzt ein Ende setzen. Die Politikerin verlängerte auf Anordnung von Sarkozy ihren Aufenthalt in Südafrika und berief ein "Krisentreffen" mit dem französischen Team-Kapitän Patrice Evra, Trainer Raymond Domenech und dem Präsidenten des Nationalverbands FFF, Jean-Pierre Escalettes ein. Wegen der "Empörung der Franzosen" mit ihrer Elf, sagte Bachelot dem Fernsehsender "TF1", rufe sie alle Delegationsangehörigen zur "Verantwortung und zur Wahrung der Würde" auf.

Die französischen Zeitungen sind entsetzt

In den Medien wurden die Vize-Weltmeister von 2006 wüst angegangen. "Diese französische Mannschaft bereitet uns eine echte Schande", überschrieb der "Parisien" seine Titelgeschichte. Auch die anderen großen Blätter zeigten wenig Verständnis für das Verhalten der Nationalspieler in Südafrika. "Die Bleus versinken in der Lächerlichkeit", schrieb "Libération" auf dem Titel. "Die Implosion des französischen Fußballs", konstatierte "Le Figaro". Eine "Farce" nannte die Sportzeitung "L'Équipe" die Vorfälle vom Wochenende.

Bislang nur ein Punkt für die Franzosen

Ausgangspunkt der beispiellosen Krise bei den Franzosen war der miese Vorrundenstart. Nach einem mageren 0:0 gegen Uruguay und der Niederlage gegen Mexiko steht Frankreich in der Gruppe A vor dem Vorrunden-Aus. Anschließend musste Stürmer Nicolas Anelka vorzeitig nach Hause fahren, weil er Trainer Raymond Domenech übelst beleidigt haben soll. Das Team um Franck Ribéry trat daraufhin in den Streik. Kein Training, hieß es am Sonntag. Ein handfester Streit zwischen Kapitän Patrice Evra und Konditionstrainer Robert Duverne sowie der Rücktritt von Delegationschef Jean-Louis Valentin machten das Chaos komplett.

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Eklat beim französischen WM-Team

Nach Anelkas Rauswurf boykottiert die Mannschaft das Training - der entnervte Teammanager schmeißt seinen Job hin. zum Video

Zidane: "Bei WM muss man sich zusammenreißen"

Unterdessen hat sich Zinedine Zidane zu Wort geäußert und den Trainingsboykott scharf kritisiert: "Ich kann diese Maßnahme nicht nachvollziehen. Wir sind hier bei einer WM. Da muss man sich doch zusammenreißen", sagte der Welt- und Europameister. Zur Suspendierung Anelkas äußerte sich Zidane zurückhaltend: "Anelka hatte viel Kredit. Zu dem, was er gesagt hat, will ich mich gar nicht äußern. Aber es darf nicht sein, dass Dinge aus der Mannschaft nach außen dringen. Die Umkleidekabine ist heilig." Auf die Frage, wer der Maulwurf sein könnte, antwortete der 37-Jährige: "Ich habe keine Ahnung. Ich weiß es wirklich selbst nicht."

Zidane geht jedoch davon aus, dass sich die Wogen nach der WM und der Ablösung von Domenech durch Laurent Blanc wieder glätten werden. "Unter Blanc wird sich alles ändern", sagte der dreimalige Weltfußballer. Trotz des Skandals um Anelka steht Zidane weiter zur Equipe Tricolore. "Es ist zwar schlimm, was passiert ist. Aber ich habe viele Jahre das Nationaltrikot getragen. Deshalb bin ich weiter ein Anhänger dieser Mannschaft", sagte der 108-malige Nationalspieler und hofft vor dem letzten WM-Gruppenspiel des Vize-Weltmeisters gegen Gastgeber Südafrika noch immer auf ein Weiterkommen Frankreichs. "Ich hoffe, dass sich die Spieler auf das Fußballspielen besinnen und nach dem letzten Strohhalm greifen. Wer weiß, vielleicht wird Frankreich ja noch Weltmeister", so Zidane.

WM 2010 - Videos
"Schande für die WM"

Frankreichs Auftreten in Südafrika ist den Doppelpass-Experten ein Dorn im Auge. zum Video


Quelle: dpa , sid

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Kommentare (35)

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Thema: "WM 2010: Frankreichs Sportministerin will Chaos beenden "

hape51 schrieb: am 22. Juni 2010 um 10:44:11
(0) (0) Franzosenchaos
jetzt zeigt sich erst welch miese Characktere Evra, Anelka und vor allem Ribéry sind. Vor allem Ribery ist genau der Typ für
solche "Schweinereien". Hat er doch bei Bayern auch versucht mit seinem hin und her zur Vertragsverlängerung. Es wäre besser gewesen wenn sie ihn nach Madrid geschickt hätten. Vielleicht ist er ja der Maulwurf der Franzosen und macht das nur um einen Aufruhr anzuzetteln. Wenn ich der Trainer der franzosen wäre, würde ich die gesamte Reservistenmannschaft spielen lassen.
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Gerd schrieb: am 22. Juni 2010 um 07:58:29
(0) (0) die Franzosen...
alle von der Nationalmannschaft ausschließen.Erst so eine Maßnahmen würde den nachrückern zeigen das es so nicht geht.Es
kann nicht sein das jeder Spieler nur so spielen will wie er es haben will,dann kann man die Trainer auch ganz abschaffen.Bei Leuten wie Ribery und besonders Anelka steht die Arroganz doch in`s Gesicht geschrieben.Man ist ja direkt enttäuscht wenn die auf den Platz ohne Krönchen und Zepter kommen.Bei solchen Sprüchen von Anelka merkt man doch was der im Kopf hat Arroganz...
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BODO aus Lübeck schrieb: am 21. Juni 2010 um 21:47:23
(0) (0) Frankreich
Was will die Ministerin denn machen, den Spielern den Druck (Saft) aus den Körper blasen?

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