20.06.2010, 17:29 Uhr | sid
Was ist nur bei Frankreich los? Das einstige Fußball-Schwergewicht taumelt bei der WMin Südafrika von einer Krise in die nächste. Vorläufiger negativer Höhepunkt: Das angesetzte Training ist nach einem handfesten Streit zwischen Kapitän Patrice Evra und Konditionstrainer Robert Duverne auf Forderung der Spieler abgesagt worden. Coach Raymond Domenech musste Evra und Duverne trennen, um eine Eskalation zu verhindern. Duverne warf seine Stoppuhr zu Boden und ging verärgert davon. Daraufhin weigerten sich die Spieler, das Training zu absolvieren.
"Die Spieler werden sagen, warum sie diese Entscheidung getroffen haben", gab Delegationsleiter Jean-Louis Valentin zu Protokoll und trat zurück. "Ganz ehrlich, ich verlasse Südafrika und fliege heim nach Paris", sagte er zu Journalisten. Und fügte sichtlich erschüttert hinzu: "Ich bin empört und angewidert, ich gebe meinen Job hier auf. Was hier passiert, ist ein Skandal für den Verband, für die französische Mannschaft und für das gesamte Land. Die wollen nicht trainieren. Das ist inakzeptabel." Der französische Verband teilte mit, dass es nach der WM Konsequenzen geben werde.
Zuvor war Nicolas Anelka aus dem WM-Team ausgeschlossen worden, nachdem die Sport-Zeitung "L'Equipe" wüste Beleidigungen des Stürmers gegen Domenech enthüllt hatte. Auf ihrer Titelseite hatte ein ungehöriger Satz gestanden: "Va te faire enculer, sale fils de pute." Moderatoren französischer Radiosender brachen sich beinahe die Zunge ab, um die Formulierung zu umgehen. "Fick dich in den Arsch, du dreckiger Hurensohn", lautet der Satz auf Deutsch. Die Worte waren so oder ähnlich in der Halbzeit des Vorrunden-Spiels der Franzosen gegen Mexiko (0:2) gefallen.
Franck Ribéry sagte in einem Interview, er habe "Tränen in den Augen gehabt", als Anelka das Mannschafts-Quartier verlassen habe. Ribéry hatte öffentlich zur Jagd auf den unbekannten Team-Maulwurf geblasen. "Ein Verräter hat einige Sachen ausgeplaudert. Wir werden erst erleichtert sein, wenn wir wissen, wer es war", sagte der Star vom FC Bayern München sichtlich bewegt im französischen Fernsehen. "Gerade jetzt, wo wir noch ein wichtiges Spiel gegen Südafrika haben, hauen alle auf uns ein", klagte Ribéry. Alle Spieler der Equipe Tricolore hätten gewollt, dass Anelka im Quartier bleibt. Die von Medien zitierten Schimpfworte Anelkas seien so nicht gefallen.
Nach Anelkas Rauswurf boykottiert die Mannschaft das Training - der entnervte Teammanager schmeißt seinen Job hin. zum Video
Trainer und Mannschaft sind offenkundig ebenso zerstritten wie die Spieler untereinander. "Das Problem ist nicht Anelka, sondern der Verräter, der unter uns ist", echauffierte sich auch Evra - das Geständnis von Anelka stützt diese These: "Ich hatte eine hitzige Unterredung mit dem Trainer in der Kabine, vor allen Mannschaftskameraden", sagte der böse Bube.
Der Fall Anelka ist aber offensichtlich nur die Spitze des Eisbergs. Dass sich in der Equipe Tricolore mittlerweile mehrere Gruppen gebildet haben, die sich untereinander nicht leiden können, gilt als offenes Geheimnis. Nach dem Spiel gegen Mexiko sprach der eher stille Yoann Gorcuff mit Journalisten - und duckte sich scheu weg, als hinter ihm Anelka und Ribéry vorbeiliefen. Da habe der Klassenbeste "dem Rüpel der Schule" Platz gemacht, "um keinen Schlag auf den Hinterkopf zu bekommen", schrieb "L'Equipe".
Frankreichs Auftreten in Südafrika ist den Doppelpass-Experten ein Dorn im Auge. zum Video
Für derartige Vorfälle, betonte Evra, sei aber nicht eine Person alleine verantwortlich - es seien alle: "Der Trainerstab, der Verband, die Spieler. Wir sitzen alle im selben Boot. Wenn wir sinken, sinken wir gemeinsam." Am Kap der guten Hoffnung geht die Equipe Tricolore derzeit unter wie einst die Titanic.
Quelle: dpa , sid
Minka24 schrieb:
am 20. Juni 2010 um 22:34:56
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Ein Schlag ins Gesicht für die Iren
Wenn man sich überlegt, wie Frankreich zur Teilnahme an dieser WM gekommen ist, dann wäre sicherlich
Irland das bessere Team gewesen, welches sich auf die WM mehr gefreut hätte, als dieser französischer Haufen. Ein Team ist was anderes! Man kann sich hier auch nicht nur hinter dem Trainer verstecken - da haben alle Spieler sich selbst an die eigene Nase zu fassen!
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eva schrieb:
am 20. Juni 2010 um 22:27:04
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Frankreich versinkt im Chaos
Wenn man sich überlegt das eine Nation sich bei einer Weltmeisterschaft durch sportliche Leistungen von
der
guten Seite zeigen soll, so ist das hier sehr, sehr, sehr traurig und blamabel. Die Verantwortlichen sollten diese
Truppe durch anständige Fußballer, die wahrscheinlich in Frankreich vorhanden sind austauschen.
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HSV Fan schrieb:
am 20. Juni 2010 um 22:11:42
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Frankreich
Nemmt unseren Löw, den geben wir euch gern.........................nur kommt ihr dann vom Regen in die Traufe.
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