22.06.2010, 10:58 Uhr | t-online.de
Von Jonny Giovanni
Die Hälfte aller WM-Partien ist gespielt, und ja, es wird aufregender in Südafrika. Polemik um das Handtor von Luis Fabiano, das 7:0 von Portugal, gleichbedeutend mit dem höchsten WM-Sieg seit jenem 8:0 der Deutschen 2002 gegen Saudi-Arabien, zahlreiche Favoriten auf der Kippe. Es ist spannend, und auch von manchen Stars des Gewerbes wie Lionel Messi hat man schon einiges gesehen. Aber so leid es uns tut für alle Spieler, die Figur dieser WM ist bei Halbzeit definitiv: ein Trainer. Wobei manche auch sagen, er sei eigentlich immer noch Spieler.
Die Rede ist natürlich von Diego Armando Maradona. Der Coach der Argentinier führt die Halbzeitwertung in fast allen Kategorien an, darunter in manchen sehr überraschend. Aber dazu später. Wenig erstaunlich ist nämlich zunächst einmal, dass er beim Unterhaltungsfaktor ganz oben steht. Bei der WM gibt es für Journalisten so genannte "high demand" Veranstaltungen, das bedeutet: es reicht nicht, akkreditierter Reporter zu sein, man braucht ein zusätzliches Ticket, weil so viele andere Journalisten aus der ganzen Welt dieselbe Veranstaltung auch sehen möchten. In Südafrika waren bisher "high demand": Die Spiele der Turnierfavoriten Brasilien und Spanien. Und die Pressekonferenzen von Diego Armando Maradona.
Die Erwartungen waren hoch, und er hat sie nicht enttäuscht. Mal kaute er auf einem Apfel herum, sprach über Messi, und schlussfolgerte dann: "Messi den Ball wegzunehmen ist genauso schwer wie mir diesen Apfel… ich habe einen barbarischen Hunger." Oder er nannte seine Spieler zärtlich "meine 23 Raubtiere". Fast jedes Mal hatte er außerdem einen lustigen Seitenhieb auf Pelé parat, den anderen Spieler, der für sich reklamiert, der Beste aller Zeiten zu sein. Zuletzt wollte er ihn einfach nur noch "ins Museum" schicken.
Auch seine Show auf dem Platz lässt wenig zu wünschen übrig. Maradona turnt auf und ab in seiner Coaching Zone – und versinkt nach Schlusspfiff in einer Traube von Getreuen, um danach jedes einzelne seiner 23 Biester ausgiebig zu knuddeln und zu knutschen. Ob man mit Liebe eine Weltmeisterschaft gewinnen könne, wollte einer kürzlich schon von ihm wissen.
Wohl auf Grundlage derselben Beobachtungen hat Michel Platini gesagt, dass er immer noch Spieler sei, aber kein Trainer. Das heißt, der Uefa-Präsident soll das gesagt haben, er hat es nämlich in einem persönlichen Schreiben an Maradona dementiert. Woraufhin Maradona, der Platini zwischenzeitlich eine Retourkutsche verpasst hatte ("wir wissen doch, wie die Franzosen sind, sie halten sich immer für die Größten"), bei seinem nächsten Auftritt den Brief vorzeigte und sagte: "Ich entschuldige mich bei Platini. Aber nicht bei Pelé."
Derweil eilen die Raubtiere von Sieg zu Sieg, wie sonst allenfalls noch Brasilien und Chile haben sie zweimal überzeugt, womit wir bei dem eher überraschenden Teil der Zwischenbilanz wären: Maradona macht bislang einen richtig guten Job in seinem Kerngeschäft. Ihm gebührt der Preis für die mutigste Taktik – seine Umstellung von 4-4-2 auf 3-4-3 mag überfällig gewesen sein bei dem Aufgebot an Weltklassestürmern, widerspricht aber doch positiv dem ansonsten vorherrschenden Riegel- und Konterfußball. Und er hat damit auch den richtigen Schlüssel gefunden, um den zuvor in der Nationalelf so traurigen Messi von der Leine zu lassen. Beides war ihm vorher nicht zugetraut worden.
"Ich lerne als Trainer jeden Tag dazu", sagte Maradona nach dem 4:1 gegen Südkorea. Diese ungekannte Demut macht ihn, nächste Kategorie, zur menschlich größten Überraschung dieses Turniers. Vorbei die Pöbeleien und Aufforderungen zum Oralverkehr. Zumindest solange Siege seine zarten Nerven beruhigen, denn das macht Maradona ja in vielen Kategorien auch zum hohen Favoriten für die zweite Turnierhälfte: Es kann bei ihm ganz schnell auch wieder anders laufen.
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Quelle: t-online.de
jade schrieb:
am 24. Juni 2010 um 21:01:35
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überstrahlt
das ist wohl das falsche wort für den Spieler-trainer. er ist nicht fähig zu verlieren, und ich sehe schwarz, wenns passiert.
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mir schrieb:
am 24. Juni 2010 um 20:57:20
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(0)
nicht
der kuschelkurs von dem ist unerträglich,bedanken ok,das geht auch anders.kurz vorm größenwahnsinn verteilt er rundschläge um von
seiner unfähigkeit,nicht verlieren zu können,abzulenken-denn dann ist er wieder verloren im sumpf.sein größter betrug-die hand gottes-verschlägt bei ihm alle lorbeeren, die er hatte.sowas ist eine schande im sport.hoffentlich fällt er bald von seinem höhenflug im himmel wieder auf den boden der tatsachen zurück
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jachel schrieb:
am 24. Juni 2010 um 20:54:03
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nix
dieser mann sieht in einem anzug aus,wie eine ente im korb.der kuschelkurs von dem ist unerträglich,bedanken ok,das geht auch
anders.kurz vorm größenwahnsinn verteilt er rundschläge um von seiner unfähigkeit,nicht verlieren zu können,abzulenken-denn dann ist er wieder verloren im sumpf.sein größter betrug-die hand gottes-verschlägt bei ihm alle lorbeeren, die er hatte.sowas ist eine schande im sport.hoffentlich fällt er bald von seinem höhenflug im himmel wieder auf den boden der tatsachen zurü
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