08.07.2010, 08:43 Uhr | t-online.de, dpa
Bastian Schweinsteiger kann es nicht fassen: Spanien ist im Halbfinale der WM zu stark. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die internationale Presse verzichtete nach dem völlig verdienten 1:0 von Europameister Spanien im WM-Halbfinale von Durban über Deutschland auf Spott oder Häme für den Verlierer - abgesehen von den Blättern aus dem Land des Siegers. Sogar aus England kamen aufmunternde Worte für den Erzrivalen, der die "Three Lions" im Achtelfinale mit 4:1 gedemütigt hatte: "Die aufstrebende deutsche Mannschaft wird in den nächsten Jahren noch außergewöhnlicher sein", schrieb der "Guardian".
Für den Moment jedoch sind es die Spanier, die so außergewöhnlich gut spielen, dass sie erstmals in ihrer Geschichte in einem WM-Endspiel stehen. Gegner sind die Niederlande. Aber die hätten sich die Neuauflage des Finales von 1974 in München eher gewünscht. "De Telegraaf" schrieb: "Es wird Spanien! Es gibt keine Wiederholung des legendären WM-Finalspiels Niederlande gegen Deutschland."
Weitere Stimmen im Überblick (hier gibt's weitere, und noch mehr):
Land | Zeitung | Schlagzeile |
Spanien | El País | "Heldenhaft und kunstvoll: Das beste Spanien steht im Finale. Das fantasievolle Spiel und das spanische Temperament haben die deutsche Maschine ausgeschaltet. Bislang hatte die Nationalelf ihr fußballerisches Können noch nicht unter Beweis stellen können. Aber im wichtigsten Augenblick zeigte sie ihre beste Version." |
El Mundo | "Ein denkwürdiges Finale. Mit ihrer besten WM-Leistung gegen Deutschland zieht die Mannschaft von Vicente Del Bosque in das erste WM-Endspiel Spaniens ein. Spanien zieht die Welt in seinen Bann. Das Land hat ein Ticket in die Ewigkeit gelöst. Die Nationalelf hat wie noch nie gespielt und wie nie zuvor gewonnen. Die spanischen Spieler sind klein, aber was sie für ihr Land geleistet haben, ist die große Metapher einer Utopie. Deutschland, den Giganten der Vergangenheit, haben sie auf ein Nichts reduziert." | |
ABC | "Es ist kein Traum: Spanien steht im WM-Finale." | |
El Periódico de Catalunya | "Rote Herrlichkeit in Südafrika. Die spanische Nationalelf hat gespielt wie im Film und gewonnen wie die Deutschen - mit einem riesigen Kopfballtor." | |
AS | "VIVA ESPANA! Die spanische Mannschaft schreibt Geschichte und erreicht mit einem Sieg über Deutschland das Finale der WM in Südafrika. Tiqui-taca und ein furioses Tor! So wie Spanien gespielt hat, wird wohl im Paradies gespielt. Gegen das beste Deutschland der vergangenen Jahre hat die spanische Nationalelf einen entzückenden und hypnotischen Fußball entfaltet." | |
Marca | "Wir sind die Besten der Welt (und am Sonntag Weltmeister). Das war ein Meisterwerk, ein Tor für die Geschichte. Der perfekte Kopfball Puyols hat die riesigen Deutschen fertig gemacht. Deutschland hat im ganzen Spiel nur eine einzige Torchance gehabt. Nur noch Holland trennt uns vom Ruhm." | |
Sport | "Das, was wir in Durban gesehen haben, war ganz groß. Groß ist auch der historische Meilenstein, den die spanische Nationalmannschaft gesetzt hat." | |
Großbritannien | Daily Telegraph | "Niemand erwartete die spanische Inquisition aus der Luft. ... Das wäre doch bestimmt unter der Würde solcher Stilisten. Aber doch: Es war Puyol, dessen Haar in alle Richtungen flog, wie bei einem englischen Schäferhund auf Stöckchenjagd, der Spanien ins WM-Finale köpfte. Es war so, als entdeckte man die Rolling Stones als Straßenmusikanten am Leicester Square oder Lewis Hamilton beim Autoscooter auf dem Rummelplatz - einfach ziemlich unwahrscheinlich." |
The Times | "Fiesta! Spanien steigt ins WM-Finale auf. Wer zum Konter greift, wird durch den Konter umkommen. Joachim Löw ist mit Recht dafür gelobt worden, den besten Fußball der WM zu spielen. Gegen Spanien, einem stilistisch ganz anderen Gegner als Deutschlands vorherigen Widersachern, gelang es ihm allerdings nicht, eine effektive Alternative zu finden, und dafür musste er am Ende teuer bezahlen." | |
The Guardian | "Spanien schreibt Geschichte, indem es sich wiederholt. Das Land zieht ins WM-Finale ein, weil es die Formel für Glorie gefunden hat." | |
The Independent | "Spaniens entscheidende Kraftanstrengung weist ihnen den Weg ins Finale. In einem Turnier der dauernden Revisionen, wo gute Rufe so schnell verloren gehen wie sie erarbeitet werden, zeigte sich, dass Deutschland das übrige Europa doch nicht so sehr distanziert hat. Gegen das englische und argentinische Chaos blühten sie auf. Gegen das dicht gestellte, quirlige spanische Mittelfeld ging die Geschichte anders aus." | |
The Sun | "Das Wunder - Puyol sorgt für den Final-Showdown mit den Niederländern. Spanien hat vollkommen verdient gewonnen, war häufiger in Ballbesitz und ist zu besseren Chancen gekommen. Die Deutschen wirkten, als fehlte ihnen der gesperrte Thomas Müller. Puyols Überraschungsschlag versenkt die Deutschen - Das echte Spanien ist schließlich doch noch in Südafrika angekommen. Der deutsche Brummi wurde von der Straße gedrängt. Es war ein großartiger Schlagabtausch zwischen zwei europäischen Schwergewichten." | |
Mirror | "Spanien hat jahrzehntelang gelitten. Nun fand es den Weg ins gelobte Land. An einem Abend, wo Ballbesitz fast alles war, waren Vicente Del Bosques Männer einfach zu clever und einfallsreich für Deutschlands aufstrebende Generation." | |
Daily Mail | "König Carles! Junge Puyol feuert Spanien ins erste WM-Finale. Bei all der Schönheit ihres Fußballs der wundervoll kultivierten Füße war es das kompromisslose Biest aus dem Herzen der Abwehr, das Spanien ins Finale beförderte." | |
Daily Express | "Es ist wahrscheinlich nur ein kleiner Trost für den hellsehenden Tintenfisch im Aquarium in Oberhausen und die übrigen Einwohner dieser deutschen Stadt, dass sein untrügerisches Gespür für Sieger intakt geblieben ist." | |
Niederlande | Algemeen Dagblad | "Spanien rechnete ab mit Deutschland, das in diesem Turnier Australien, Argentinien und England niedergeschmettert hatte. Doch in Durban war wenig zu sehen von diesem herzerfrischenden Spiel. Die Elf von Joachim Löw, der wieder seinen blauen Glückspulli angezogen hatte, wurde von Spanien in die Zange genommen. Das sehr dosiert angreifende Deutschland wurde nur bei einigen Ecken ein bisschen gefährlich." |
De Telegraaf | "Komm nur, Spanien! Oranje muss Sonntag in Johannesburg auf Kosten Spaniens Weltmeister werden. Die Spanier wirkten zwar viel stärker als Deutschland, doch den Unterschied in der Kampfkraft konnten sie erst spät in der zweiten Hälfte zur Wirkung bringen." | |
De Volkskrant | "Die Niederlande treffen im Finale auf Spanien. Joachim Löw wollte gern daran glauben, dass die Hackordnung von 2008 bei der WM 2010 nicht mehr gilt. Doch zwei Jahre nach dem Kniefall vor Spanien im EM-Finale mussten die Deutschen feststellen, dass sie die Kluft zwischen sich und dem Europameister zwar verkleinert, aber nicht geschlossen haben." | |
Voetbalkrant | "In der zweiten Halbzeit kam Deutschland wieder hoch, aber Spanien nahm die Sache schnell in die eigenen Hände. Und Puyol bekam eine Chance, seinen Aussetzer in der ersten Hälfte wieder gut zu machen. Sein Kopfball war unhaltbar. Spanien spielte durch und kam nach seinem besten Kampf in diesem Turnier verdient weiter." | |
Elf Voetbal | "Puyol köpft Spanien in ein neues Finale – Oranje wartet" | |
Italien | La Gazzetta dello Sport | "Puyol schießt Deutschland raus! Fiesta Spagna, Ciao Germania. Del Bosque freut sich über seine 11 Bestien, Löw gibt sich geschlagen." |
Tuttosport | "Spanien geht in die Geschichte ein. Puyol wird zum Helden. Ciao Germania." | |
Corriere dello Sport | "Puyol zwingt Deutschland nieder. Der Oktopus Paul hatte wieder recht. Sonntag wird die WM einen neuen Herrscher bekommen." | |
Il Secolo | "Spanien Olé, die Spanier schreiben WM-Geschichte." | |
Corriere della Sera | "Oktopus Paul irrt nicht ein einziges Mal." | |
La Repubblica | "Das war zu viel Spanien für Deutschland. Die Beatles des Fußballs hören nicht auf zu spielen." | |
Libertà | "Paul irrt nicht: Der Oktopus erwies sich als schlechtes Omen für die Deutschen." | |
Schweiz | Blick | "Puy(g)ol köpft Spanien erstmals ins WM-Finale. Adios Deutschland! Europameister Spanien steht nach einem verdienten 1:0-Sieg über Jogi Löws Bubi-Truppe im WM-Final und sagt "Adios, Deutschland"! Siegtorschütze ist in der 73. Minute Carles Puyol. Kopf hoch, Deutsche! Nur "wir" haben Spanien besiegt. Ein logisches Ergebnis. Denn Deutschland ist sich untreu geworden. Noch am Vortag hat Trainer Jogi Löw gesagt, man habe keine Chance gegen diese Spanier, wenn man nicht offensiv spiele. Doch was macht sein Team? Es wartet ab. Und wartet ab. Und wartet ab." |
Basler Zeitung | "Spanien zerstört Deutschlands WM-Traum. Deutschland fand überhaupt nie ins Spiel, lief ständig dem Gegner hinterher und verstand es auch nicht, die einzige Großchance durch Einwechselspieler Toni Kroos zu verwerten. Die hochgelobten Schweinsteiger, Özil oder Klose blieben für einmal äußerst blass. Wären die Iberer gegen Spielende nicht so verspielt und ballverliebt gewesen - Deutschland hätte höher verloren." | |
Tages-Anzeiger | "Spanien beendet das deutsche Sommermärchen. 72 Minuten hatte diese Revanche des Finales der letzten EM auf eine derartige Explosion gewartet, auf einen solchen Gefühlsausbruch. Ab der 73. Minute waren die Deutschen gezwungen, nach vorne zu spielen. Sie taten das auch, aber nur irgendwie, ohne großen Plan. Sie fanden nicht die Lösung und nicht die Lücke im feuerroten Abwehrverbund." | |
Neue Zürcher Zeitung | "Das von vielen Erwartungen und noch mehr Sehnsüchten begleitete Halbfinale zwischen Spanien und Deutschland in Durban entwickelte sich in Nüchternheit, brachte aber den richtigen Sieger hervor." | |
Österreich | Kurier | "Ein 'Schland' voller Tränen - Puyols Goldkopf erlöst Spanien" |
Kleine Zeitung | "Spanier Puyol beendet Deutschlands Titeltraum" | |
Südafrika | Times | "Spanien legt Deutschland lahm und zieht ins Endspiel ein" |
Star und Sunday Independent | "Puyol rettet den Tag für euphorisierte Spanier" | |
Sowetan | "Der letzte Schritt - Puyol beschert Spanien das Endspiel" | |
Frankreich | L'Èquipe | "Wie geplant Spanien - Spanien ist auf dem Weg zu einem fantastischen Double. Genau zehn Jahre nach nach der französischen Mannschaft kann die Furia Roja, der Europameister, sich in die Geschichtsbücher des Fußballs eintragen und Weltmeister werden. Der Ehrgeiz der Spanier im Halbfinale wurde belohnt. Die deutsche Mannschaft hat es nach dem Tor nicht mehr geschafft, ihre Versäumnisse der ersten 72 Minuten aufzuholen." |
Le Parisien | "Spanien ist nur noch einen Schritt vom Paradies entfernt. Solide, energisch, anstatt brillant zu sein, haben sich die Spanier durch Puyols Kopfballtor für das Endspiel qualifiziert. Jetzt müssen sie am Sonntag nur noch die Niederlande besiegen." | |
Libération | "Alle Hoffnungen der Deutschen sind durch die zielstrebigen Roten zerstört worden. Die deutsche Mannschaft hat im Vergleich zu der Leistung, die sie in den letzten beiden Spielen gezeigt hat, furchtbar enttäuschend gespielt." | |
Le Figaro | "Die Europameister haben die zaghaften Deutschen klar beherrscht. Mit ihrem Teamgeist und ihrem individuellen Stil waren sie stärker als die deutsche Mannschaft, die überraschend machtlos schien." | |
Belgien | Het Laatste Nieuws | "Übermächtig" |
Le Soir | "Deutschland änderte vollkommen seine Spieltaktik und entschloss sich, nicht zu attackieren." | |
Portugal | A Bola | "Die Stunde Spaniens" |
Diario de Noticias | "Spanien hat Deutschland eine Lektion erteilt. 90 Minuten lang war Spanien mit seinem Schnellpassspiel Herr und Meister des Spiels in Durban. Xavi, Iniesta & Co. haben fast immer Räume entdeckt, wo es keinen Raum zu geben schien. Wichtiger noch: Sie haben einem Gegner weder Ball noch Räume überlassen." | |
Correio da Manha | "Das war ein Pass-Festival von Spanien, aber kein spektakuläres Spiel. Deutschland musste mit den Augen verteidigen, war nicht aggressiv genug, um Gefahr vor das Tor von Casillas zu bringen." | |
O Jogo | "Deutschland fand keine Antwort auf das flüssige Pass-Spiel der Spanier." | |
USA | New York Times | "Geduldiges Spanien haut Deutschland k.o. Spaniens Tor fiel schließlich, nachdem das Team genau das umgesetzt hatte, was dem Trainer vorgeschwebt hatte: das sichere Kurzpassspiel nutzen, um den Ball zu behalten. Spanien setzte sich mit wunderbarem Egoismus durch. Anders als gegen England und Argentinien verlor Deutschland seinen Mut." |
Los Angeles Times | "Deutschland spielte zu vorsichtig gegen Spanien. Löw hat sie im Stich gelassen. Er schickte ein Team ins Moses Mabhida Stadion mit der Absicht zu verteidigen, anstatt selbst Toreschießen zu wollen. Warum?" | |
Miami Herald | "Spanien verdient im Finale. Katz-und-Maus-Spiel machte deutsche Verteidiger müde." | |
The Boston Globe | "Spanier tanzten Flamenco mit den Deutschen." | |
Australien | Sydney Morning Herald | "Viva Espana" |
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Quelle: t-online.de , dpa
uwe schrieb:
am 8. Juli 2010 um 14:31:32
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spanien
klar war spanien besser,aber was haben die bisher gewonnen?
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Oh je :P schrieb:
am 8. Juli 2010 um 14:30:19
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s
Man muss ehrlich sagen, dass die Spanier besser waren. Klar, ein paar Sachen hätte der Schiedsrichter schon mehr pfeifen können. Aber
daran lags nun ehrlich nicht. Die Deutschen hatten Angst, Angst zu spielen, Angst anzugreifen, Angst zu "foulen". Was ist nur los ihr Deutschen?
Italien 2006, Spanien 2008. Bei den entscheidenden Spielen könnt ihr eure Kraft nicht abrufen. Wie eine Blockade, die niemals zerstört werden kann.
Dennoch ändert sich meine Meinung nicht: Deutschland war die beste
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Ursula schrieb:
am 8. Juli 2010 um 14:29:59
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WM
Kein Grund zur Häme,die Jungs waren SUUUUUUUUUUUUUUUUUPER
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