11.06.2010, 15:34 Uhr | apn, sid, bab
Die deutsche Wirtschaft profitiert besonders von der WM in Südafrika (Foto: imago) (Quelle: imago)
Busse von MAN und Daimler, Lichtanlagen von Siemens und Stadionsitze aus Franken: deutsche Firmen machen bei der Fußball-WM in Südafrika ordentlich Kasse. Insgesamt konnten Aufträge in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an Land gezogen werden, die laut Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle rund 15.000 Arbeitsplätze gesichert haben. Für Brüderle ist Deutschland deshalb bereits jetzt ein "Gewinner" der WM.
"Deutsche Unternehmen führen zahlreiche Projekte rund um das Großereignis aus oder sind als Zulieferer eingebunden", erklärte Brüderle kurz vor dem Auftaktspiel Südafrika gegen Mexiko. "Bisher konnten sie Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro einwerben, und so einen wesentlichen Beitrag zu Großveranstaltungen von globalem Rang leisten", fügte Brüderle hinzu. Sie seien am Ausbau der Verkehrswege sowie bei der Energieversorgung beteiligt. Daneben stellten sie Informations- und Kommunikationstechnik bereit.
Brüderle zufolge hat Südafrika allein in den Bau von Stadien und der unmittelbaren Infrastruktur rund drei Milliarden Euro investiert. Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) belaufen sich die gesamten Investitionen Südafrikas zur WM auf rund 20 Milliarden Euro. Für Heiko Schwiderowski, Afrika-Referatsleiter des DIHK, ist die WM deshalb ein "Big Deal" und "Made in Germany" am Kap nach wie vor ein Markenzeichen.
Flexibilität und die Erfahrung mit Fußball-Projekten erwiesen sich für deutsche Firmen dabei oftmals als Pluspunkte. Die Bereitschaft, mit lokalen Konsortien zu kooperieren, war häufig das entscheidende Argument für den Zuschlag. Ein Paradebeispiel dafür sind die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp). Das Hamburger Büro mit Weltruf erhielt auch dehalb einen 400-Millionen-Euro-Deal über den Bau von drei Stadien in Durban, Port Elizabeth und Kapstadt, weil es großzügig mit südafrikanischen Firmen kooperierte.
Um die Zusammenarbeit zu optimieren, eröffnete gmp 2005 in Kapstadt ein eigenes Büro. Insbesondere an den Arena-Bauten waren Firmen aus dem Land des dreimaligen Weltmeisters beteiligt. So legte das Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergemann und Partner Hand an die Deckenkonstruktionen. Die fränkische Stahlrohrmöbel-Firma Stechert stattete für 14 Millionen Euro fünf WM-Arenen mit 215.000 Sitzschalen aus. Die Firma Thiele Glas lieferte 38.000 Quadratmeter Verbundglas für das Dach der Green-Point-Arena in Kapstadt.
Den größten Deal der Firmengeschichte machte das Unternehmen Eschenbach aus Oberfranken: Das Unternehmen lieferte 85 Großzelte im Wert von fünf Millionen Euro. Für den Transport der Fußball-Fans verkauften MAN und Daimler 1000 Busse. Die Firma ZF Friedrichshafen war für die Ausrüstung von 700 weiteren Bussen mit umweltfreundlichem Antrieb verantwortlich.
Auch beim Bau des Gautrains, einer 80 Kilometer langen Bahnstrecke von Johannesburg nach Pretoria, wollte man auf "Made in Germany" nicht verzichten. Die Beleuchtung der Bahnstationen stammt von der Siemens-Tochter Osram. Siemens war generell der große Abräumer. Das Auftragsvolumen der Münchner belief sich auf eine Milliarde Euro, davon 80 Prozent aus dem Bereich der Energieversorgung.
Trotz der gut gefüllten Auftragsbücher deutscher Firmen durch die WM-Projekte war der bilaterale Handel mit Südafrika im Jahr 2009 durch die Krise rückläufig. Das Handelsvolumen umfasste nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden Euro. Das bedeutete ein Minus von 25 Prozent. Deutschland verlor damit seinen Platz als wichtigster Außenhandelspartner von Südafrika an China.
Quelle: sid , dapd , t-online.de
R.S. schrieb:
am 13. Juni 2010 um 17:11:59
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Gewinner
So ist das eben , wo Qualität gewünscht wird da wird sie von deutschen Unternehmen geliefert . Jetzt werden
natürlich wieder andere evt. Hersteller z.B. aus England oder den U.S.A. neidische Blicke auf uns werfen und die üblichen Hässlichkeiten über Deutschland loslassen ! Es ist jedenfalls beruhigend , dass auf unsere Produkte zurückgegriffend wird und unsere Wirtschaft bei solchen Gelegenheiten berücksichtigt wird . Berlin sollte sich freuen.
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