03.07.2010, 20:32 Uhr | t-online.de
Maradona und Südamerika am Boden, Europa obenauf. (Foto: imago)Wie man sich täuschen kann - wie man sich täuschen lässt: Was waren die Experten in der Vorrunde angetan vom Spiel der südamerikanischen Mannschaften. Und wie enttäuscht waren sie von den europäischen Teams - das 4:0 Deutschlands gegen Australien mal ausgenommen. Vor dem Viertelfinale glich die WM fast schon einer "Copa America unter zeitweiliger Duldung europäischer Beteiligung". Jetzt nicht mehr.
Es mag kein attraktiver Fußball gewesen sein, den Brasilien in der Vorrunde gespielt hat. Doch in seiner Effektivität war er schlichtweg brutal. Argentinien zeigte, dass eine Mannschaft durchaus bereit sein kann, sich vollkommen für ihren Superstar zu verausgaben. Auch, weil dieser Superstar es zwar nicht mit Toren, aber mit mannschaftsdienlicher Leistung zurückzahlte. Abgesehen natürlich davon, dass diese Mannschaft ihre Kabinenpredigt vom Fußball-Gott persönlich empfing. Und dann waren da ja noch die Wundertüten aus Paraguay und der erste Weltmeister überhaupt, Uruguay.
Und was bot Europa? Kaum in Südafrika gelandet, flog Weltmeister Italien schon wieder heim und nahm Vize-Weltmeister Frankreich gleich mit - Intrigen und Trainer-Chaos im Gepäck. England und Portugal mit ihren Weltstars Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo folgten wenige Tage später, sie durften sich wenigstens noch im Achtelfinale versuchen. Und auch Deutschland holperte mehr schlecht als recht durch die Vorrunde. Alleine die Niederlande überzeugten - aber die haben bisher ja noch nie was gerissen bei einer WM. Warum also sollte man ihnen große Beachtung schenken?
Eigentlich ging es nur noch darum, wie locker oder mühsam sich Brasilien und Argentinien ihren europäischen Konkurrenten entledigen würden, um sich am 11. Juli in Johannesburg im WM-Finale gegenüber zu stehen. Und darum, ob eventuell sogar noch Uruguay und Paraguay das südamerikanische Halbfinale komplett machen würden. Heute sind wir schlauer - und Südamerika reibt sich verwundert die Augen.
Trotz der 0:4 Niederlage gegen Deutschland im WM-Viertelfinale wurden die Mannschaft und ihr Trainer Maradona von den Fans mit Jubel begrüßt. zum Video
Brasilien trat sich gegen die Niederlande selbst aus dem Turnier.
Argentinien und Diego Maradona gingen im "Massaker von Kapstadt" unter.
Paraguay verpasste gegen Europameister Spanien die Sensation.
Nur Uruguay, der Premieren-Weltmeister, will noch nicht nach hause.
Und Europa feiert. In Deutschland fiebern die Fans gegen Spanien der Revanche für das verlorene EM-Finale 2008 entgegen und hoffen auf ein Finale gegen den ungeliebten Nachbarn in den orangefarbenen Trikots. Und die Niederlande freuen sich nach ihrem Coup gegen Brasilien ein Loch in den Bauch, dass ihnen die Auslosung und die Unfähigkeit diverser Top-Teams (genannt seien hier vor allem Italien, Frankreich und England) einen vermeintlich leichten Halbfinal-Gegner beschert hat.
Doch wenn die WM bisher eines gelehrt hat, dann, dass es meist nicht so kommt, wie man es erwarten würde. Nüchtern betrachtet müsste Spanien mit den vielen erfahrenen Weltklasse-Spielern das junge Löw-Team in die Schranken weisen. Und auch Holland dürfte es sich nicht nehmen lassen, Uruguay zu bezwingen. Damit wäre auch die letzte südamerikanische Mannschaft aus dem Turnier, und mit Spanien und Holland würden zwei europäische Mannschaften den Titel unter sich ausmachen. Dazu noch zwei Mannschaften, die diesen Titel bisher noch nicht gewinnen konnten. Aus dem Duell der Kontinente wird also auch ein Duell der Weltmeister gegen die Noch-nicht-Weltmeister.
Was können die bisherigen Weltmeister den Favoriten entgegen stellen? Deutschland hat mit den furiosen Auftritten gegen England und Argentinien nicht nur gezeigt, was eine Turniermannschaft ausmacht. Vor allem haben sich die jungen Wilden seit der Niederlage gegen Serbien stetig gesteigert, immer weniger Fehler gemacht und sich in einen kaum zu bremsenden Rausch gespielt. Warum nicht also gegen Spanien? Und Uruguay: Der zweite, im Halbfinale verbliebene Weltmeister verfügt mit Diego Forlan über einen der torgefährlichsten Stürmer der Welt. Und hinten über viel anzurührenden Beton. Eine Forlan-Chance könnte also genügen, um die Oranje am südamerikanischen Abwehr-Bollwerk verzweifeln zu lassen.
Das Halbfinale dominiert Europa. Drei zu eins führt der Alte Kontinent gegen Südamerika. Beim Duell Titelträger gegen Nicht-Titelträger steht es Unentschieden zwei zu zwei. Die Ersten, die werden beweisen müssen, ob sie dem Druck des Favoriten in einem WM-Halbfinale gewachsen sind, sind die Holländer. Beenden sie tatsächlich die Träume der letzten verbliebenen Mannschaft vom südlichen Halbkontinent? Kommt es wirklich zu einem rein europäischen Finale? Oder kann Uruguay den Geist von 1930 und 1950 beschwören? Und wer gewinnt die Revanche des EM-Finals von 2008? Eines ist klar: Spanien ist nun alleine schon aufgrund der individuellen Klasse erster Anwärter auf den Titel. Trotz bisher wenig überzeugender Darbietungen. Die haben hingegen die Jungs von Jogi Löw vorzuweisen. Kommt es also doch zum Finale der Weltmeister?
Quelle: t-online.de
numis98 schrieb:
am 5. Juli 2010 um 15:34:02
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Rechnung ohne Wirt
Die Hand Gottes hat die Rechnung ohne den Deutschen Papst gemacht
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Daddl Du schrieb:
am 5. Juli 2010 um 15:29:05
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Südamerika hat ausgespielt-zumindest fast"
Es ist eine äußerste Genugtuung, dass der menschenverachtende Maradonna nach Hause geschickt
wurde. Es war schon peinlich genug, dass er Nationaltrainer wurde. Über seinen Wortschatz darf man kein Wort verlieren, da dieser nur primitiv und unter(!!!) der untersten Schublade angesiedelt ist. Fussballwelt erspare uns künftig solche widerlichen und ekeligen Leute! Danke,danke,....................
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Bewunderer schrieb:
am 5. Juli 2010 um 14:48:55
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WM2010
Phantastische Leistungen unserer Jungs in den beiden letzten Spielen. Zu erwarten, dass die solche Leistungen jetzt in jedem Spiel
abrufen können wäre vermessen. Ich glaube an unsere Mannschaft und daran dass sie es schafft, den vierten Stern zu holen. Aber für mich ist auch klar, dass ich sie gewaltig feiern werde, egal ob sie als Weltmeister oder als vierte nach Hause kommen. So wie die gespielt haben sind sie mir im Zweifel als Vierte lieber als die Gurkentruppe vom Finale 2002 in Südkorea.
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