12.10.2008, 12:49 Uhr
Ein Kommentar von Johann Schicklinski
Kuranyi hatte die Ersatzbank im Nationalteam satt. (Foto: imago)
Mit seiner eigenmächtigen Abreise beim WM-Qualifikationsspiel gegen Russland, die einer Flucht gleichkommt, hat Kevin Kuranyi für ein Novum in der deutschen Länderspielgeschichte gesorgt.
Mit der beispiellosen Aktion und seiner anschließenden Unauffindbarkeit hat sich der Schalker Stürmer selbst die Tür zur deutschen Nationalmannschaft zugestoßen. Das ist auf der einen Seite schade, denn damit verliert die deutsche Nationalmannschaft eine wertvolle Sturm-Alternative und einen absolut verdienten Spieler.#
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Kuranyi stand zwar oft im Schatten von prominenteren Stürmerkollegen wie Klose oder Podolski, hat aber dennoch über die Jahre gesehen mit 19 Toren in 52 Spielen eine ordentliche Torquote im DFB-Team erreicht. Ein Verlust ist sein Nationalmannschafts-Ende deshalb, weil er einfach eine gute Alternative darstellt, wenn es darum geht, einen kopfballstarken und auch defensiv für die Mannschaft arbeitenden Mittelstürmer zu bringen.
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Auf der anderen Seite ist die Nacht-und-Nebel-Aktion menschlich gesehen unterste Schublade und absolut unprofessionell. Nach einer solchen Aktion würde er wohl selbst in der Kreisauswahl nie wieder berücksichtigt werden. Entweder hätte Kuranyi Löw nach seiner Nichtberücksichtigung über seine Abreise informieren müssen, da er die Entscheidung des Trainers nicht akzeptieren kann. Oder aber er hätte warten müssen, bis der WM-Qualifikations-Doppelspieltag rum ist, um dann stilvoll zurückzutreten.
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Wie ein bockiger Teenager in der Halbzeit das Stadion zu verlassen und die Funktionsträger bei der Nationalmannschaft über seinen Verbleib im Unklaren zu lassen, ist der absolute Tiefpunkt von Sportsgeist und Teamgedanken. Das hat auch Joachim Löw erkannt und ausgeschlossen, dass Kevin Kuranyi unter seiner Regie nochmals für die Nationalmannschaft auflaufen wird. Der Bundestrainer zeigt damit die einzig richtige Reaktion, denn das Verhalten des Stürmers ließ ihm letztlich keine andere Wahl.
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Quelle: t-online.de
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