30.06.2010, 09:14 Uhr | dpa, t-online
Der Countdown läuft: Noch drei Tage bis zum Viertelfinalknaller Deutschland gegen Argentinien (Samstag ab 15.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Und Gaucho-Trainer Diego Maradona tönt schon mal in Richtung DFB-Elf: "Wir stellen unser bestes Team zusammen, unser Gala-Team. Es wird die Mannschaft sein, die mir die Garantie gibt, dass wir gegen Deutschland weiterkommen", sagte Maradonaunmittelbar nach dem Sieg gegen Mexiko. Mit der Gala-Elf meint Maradona vor allem seine Angriffsriege Carlos Tevez, Gonzalo Higuain und Lionel Messi. (Zum Video: Weltfußballer Lionel Messi)
Genau dieser Lionel Messi, in Argentinien als der neue Maradona gehandelt und bei der WM bisher noch blass, schickte auch bereits eine Drohung Richtung Schwarz-Rot-Gold. "Ich gehe auf doppelt oder nichts", sagte der Weltfußballer und versprach zwei Tore im Viertelfinale. Er weiß um den Rückhalt des Trainers - Maradona lässt auf den Dribbelkünstler nichts kommen. "Lio ist der beste Fußballer der Welt und wird uns zum WM-Titel führen", sagte Dieguito und ist in Sachen Messi nie um einen lobhudelnden Vergleich verlegen. Mal ist der 23-Jährige "schnell wie ein Düsenjet", dann "die Kirsche auf dem Kuchen". Alles schön, alles gut. Den argentinischen Fans würde es aber schon reichen, wenn Messi mal wieder Torschütze wäre. Bisher lieferte der Superstar 4 Vorlagen, blieb selbst aber torlos. In der abgelaufenen Saison der Primera Division netzte er schließlich in 35 Spielen 34-mal ein - öfter als jeder andere in Spaniens Eliteliga.
Doch wer die Tore gegen die deutsche Elf auch machen könnte, Maradona plant bereits die finale Siegesfeier. "Am Endspieltag werden zuerst alle meine Spieler den Pokal küssen. Und ich will es als Letzter tun. Liebe Argentinier zu Hause, ihr könnt beruhigt sein, weil es 23 Bestien sind, die alles für das Nationaltrikot geben werden," versprach "die Hand Gottes" allen Fans in Argentinien. Bescheidenheit war noch nie seine Stärke, genau deshalb lieben ihn die Menschen in der Heimat weiterhin abgöttisch.
Nicht ohne spürbare Genugtuung schickte Maradona schon vor dem Spiel gegen Deutschland eine unmissverständlichen Gruß an seine Kritiker. "Man hat vorher gesagt, als Coach hätte ich keine Ahnung und keine Ideen. Plötzlich gewinne ich vier Spiele", sagte der Trainer der argentinischen Nationalmannschaft. Dabei habe er sich doch gar nicht geändert. Im Vergleich zum WM-Maskottchen vor vier Jahren allerdings schon. Beim Viertelfinal-Krimi 2006 gegen die DFB-Auswahl verließ er aus Protest seinen Platz im Berliner Olympiastadion, weil einigen seiner Freunde der Einlass verwehrt worden war.
In Südafrika bekommt Maradona fast einen Roten Teppich ausgerollt. Statt Kritik erntet der Vergöttlichte Lob. Liebe statt Hiebe. Maradona nimmt seine Spieler immer öffentlich in Schutz, noch kein kritisches Wort über seine Schützlinge ist ihm über die Lippen gekommen. "Es ist ein Privileg ihn auf der Bank zu sehen", schwärmt WM-Torjäger Gonzalo Higuain.
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Der Diego-Faktor beflügelt - und sein Konzept auch. "Er lebt das Ganze noch intensiver als wir. Er fühlt wie ein Spieler", sagte Bayerns Martin Demichelis. Denn im Herzen ist Maradona immer noch mehr Spieler als Trainer, auch oder erst recht vor dem Wiedersehen mit Deutschland. "Ich würde am liebsten dabei sein, ich will mir ein Leibchen anziehen und spielen." Stattdessen wird er für die 9 oder mehr Minuten wieder den Trainingsanzug gegen den edlen Anzug und die Lackschuhe tauschen.
Maradona ist anders als seine Trainerkollegen. Zum akribisch-sachlichen Arbeiter Joachim Löw kommt er wie ein Gegenentwurf daher. Und das war er erst recht als Spieler. Hier der aufbrausende Maradona, Weltmeister mit Argentinien 1986. Da Löw, bei dem vier U-21-Länderspiele und 252 Zweitliga-Einsätze zu Buche stehen. Er ist aber in der Trainerfachwelt bereits hochangesehen. Ähnlich sind sich die beiden aber mit ihren Emotionen in der Coaching-Zone. Lange zweifelten nicht nur argentinische Medien, ob dieser Maradona, der als Fußballer, gelenkt von Inspiration, die Fans verzauberte, als Trainer ein echtes System auf die Beine stellen könnte. Zwar entscheidet der Ausnahme-Techniker von einst alleine, er lässt aber mit sich reden.
Am Spielfeldrand hat Maradona zwei Souffleure. Der eine heißt Hector Henrique und spielte Maradona vor 24 Jahren den Ball zu dessen weltberühmten Sololauf im WM-Viertelfinale in Mexiko gegen England zu. Der zweite ist Kumpel Alejandro Mancuso. Typisch für Maradona: Wenn er von Entscheidungen redet, dann praktisch immer in der Wir-Form. Gern schart er auch Familienmitglieder um sich: Schwiegersohn Agüero ist im Kader. Fernando Molina, der Freund von Maradonas anderen Tochter, kümmert sich um seine Presse-Belange.
2010 dürfen sich Maradona und die Seinen wohl immerhin schon Casting-Weltmeister nennen. Über 100 Spieler probierte der Gaucho-Coach aus, bis er seine 23 Auserwählten beisammen hatte. Und das in nicht mal zwei Jahren seit der Amtsübernahme Maradonas im Oktober 2008.
Quelle: dpa , t-online.de
babette schrieb:
am 4. Juli 2010 um 02:35:35
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Herr Maradona
... dem Tiger wurden heute mal schön die Zähnchen gezogen :-)))
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Rebell schrieb:
am 1. Juli 2010 um 14:38:28
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Argentinien-Deutschland
Bei allem Für und Wider, eines bleibt bestehen, der Ball ist rund und der Bessere möge gewinnen!
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Galaspieler schrieb:
am 1. Juli 2010 um 12:30:45
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Angst hat er doch! :-)
Also, mir ist sofort aufgefallen, dass UNS Diego tönt, er würde "seine Besten Leute" gegen D ins Spiel schicken!
Aber das ist doch so gut wie ein Ritterschlag (wenn man mal außer Acht läßt, wie überheblich Maradonna ist): wenn sie Deutschland nicht als Gegner respektieren würden, hätte er auch sagen können: Euch schlagen wir mir unserer Gurken- (statt Gala-) Truppe! :-) Warum also die Aufregung? Er beruhigt sich nur selbst...;-) und am Samstag gewinnen WIR :-)
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