23.07.2010, 17:27 Uhr | dpa, sid
Nur zwei von 23 geschlagenen und geprügelten WM-Franzosen: Franck Ribéry (li.) und Thierry Henry. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Für Frankreichs frisch inthronisierten Nationaltrainer Laurent Blanc ist der Begriff des Neuanfangs keine leere Worthülse: Sämtliche 23 WM-Versager, den kompletten Südafrika-Kader seines Vorgängers Raymond Domenech, verbannt der Weltmeister von 1998. Anlässlich des Auftritts des beim Turnier am Kap bis auf die Knochen blamierten Fußball-Schwergewichts am 11. August in Oslo gegen Norwegen greift Blanc auf keinen WM-Teilnehmer zurück. Das teilte der Nationalverband (FFF) am Rande der Sondertagung des FFF-Bundesrates in Paris mit. Den Kader will Blanc am 5. August bekanntgeben.
Unter Domenech war Frankreich in Südafrika nach einem 1:2 gegen die Gastgeber am 22. Juni nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. Es waren aber nicht nur die indiskutablen Darbietungen auf dem Rasen, die Frankreich und die Welt schockierten. Vor allem die Skandale abseits des Platzes mit der Trainer-Beschimpfung durch Stürmer Nicolas Anelka, dem Ausschluss Anelkas und dem folgenden Trainingsboykott sorgten in der Heimat für Empörung. Kritik gab es sogar von Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der Rekordtorjäger Thierry Henry im Regierungspalast um Aufklärung bat und sich in die Aufarbeitung des Debakels einmischte.
FFF-Präsident Jean-Pierre Escalettes trat deshalb von seinem Posten zurück. Neuer starker Mann im Verband könnte der Unternehmer und bisherige Chef der Amateur-Ligen, Fernand Duchaussoy, werden. Er soll dem Verband bis zur Generalversammlung im Dezember vorstehen und eine Umstrukturierung des nach der WM demoralisierten FFF einleiten.
"Unsere Partner sagen: Wir haben Schaden erlitten, wir wollen Wiedergutmachung. Sie fordern etwas mehr als eine Million Euro", erklärte FFF-Schatzmeister Bernard Desumer. Auch der Ausrüster (adidas) erhofft sich einen finanziellen Ausgleich. "Die Firma hat noch über 180.000 Trikots unserer Mannschaft auf Lager liegen und kann sie nicht mehr verkaufen", erläuterte FFF-Generalsekretär Henri Moteil die Auswirkungen der schändlichen WM-Vorstellung. Seinen Angaben zufolge wollen die Verbands-Partner allerdings über Schadenersatz hinaus keine Neuverhandlungen der Verträge bewirken.
Duchaussoy hatte sich bereits für einen vorläufigen Nationalelf-Ausschluss von Bayern-Star Ribéry und Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema ausgesprochen. Gegen beide Stars leitete die Justiz in Frankreich ein Anklageverfahren wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten ein. Wie Ex-Nationalspieler und Ratsmitglied Lilian Thuram, mehrere Funktionäre und Politiker befürwortete auch Duchaussoy eine Suspendierung der für das WM-Chaos verantwortlichen Profis. Der scheidende Verbandschef Escalettes eröffnete bereits eine Untersuchung des "Trainingsstreiks von Knysna". Verantwortliche sollen zur Rechenschaft gezogen werden. (Mehr zu Ribérys Rotlicht-Verstrickung)
Endlich perfekt: Bundestrainer Joachim Löw wird die DFB-Elf noch bis mindestens 2012 trainieren. Auch Bierhoff bleibt dabei. zum Video
Der FFF-Bundesrat wollte auf der Sondertagung auch über einen Rausschmiss von Domenech als Verbands-Trainerausbilder beraten. "Man muss ihn feuern. Man wird seine Entlassung bei der Tagung beantragen. Ich bin dafür", hatte Ratsmitglied Guy Chambily gesagt. Domenech war nach der WM von Blanc absprachegemäß abgelöst worden. Der 58-Jährige, von Medien und Fans "verrückter Professor" genannt, ist aber für 12.000 Euro im Monat weiterhin bei der "Direction Technique Nationale" des FFF angestellt.
Chambily beklagte, Domenech habe sich als Angestellter des Verbandes in Südafrika dazu überreden lassen, einen Protestbrief und die Trainingsboykott-Ankündigung der Profis den Journalisten vorzulesen. "Das ist unverantwortlich", meinte Chambily, mit 77 Jahren ältestes Mitglied des FFF-Bundesrates.
Wir haben die emotionalsten Bilder der WM für Sie zusammengefasst. zu den Fotoshows
Das bekannte Fachmagazin "France Football" bejubelte in seiner Online-Ausgabe die Verbannung des WM-Kaders: "Diese Entscheidung erscheint wie eine kollektive Strafe nach dem Fiasko bei der WM." Der neue Coach der "Équipe tricolore" wolle nach diesem ersten "Denkzettel" für die WM-Fahrer die Vergangenheit ruhen lassen und "ein neues Kapitel beginnen".
Verrückte Meldungen, kuriose Videos, skurrile Sport-Fakten - Dr. Reif-Ranicki hält Dich bei Facebook auf dem Laufenden. zur Facebook-Seite des Sportkollegs
Quelle: dpa , sid
Chris schrieb:
am 23. Juli 2010 um 19:08:34
(0)
(0)
France
Der Rausschmiss richtig so, warum soll ein Trainer immer den Kopf hin halten.
Es geht hier nicht um die vorzeitige Ausscheidung,
sondern um das Benehmen der Spieler.
mehr
Kommentar melden
Girondo Bordeaux schrieb:
am 23. Juli 2010 um 19:08:29
(0)
(0)
die Nationalspieler
sind die letzten die etwas dafür können.Der Verband und der Traíner waren das große Übel. Und Präsident S. so9ll
sich um seine Ehefrau und Amtsgeschäfte kümmern, da hat er genug zu bereinigen. Bei anderen Staaten ist die FIFA sehr empfindlich, wenn sich die Politik einmischt. Das zählt aber nicht für Europa. Ich hoffe alle aktuellen Nationalspieler weigern sich auch in Zukunft für Frankreich zu spielen.
Viva la France!!
mehr
Kommentar melden
Sir schrieb:
am 23. Juli 2010 um 18:59:55
(0)
(0)
Equpe Tricolor
Die verbannung aus der Nationalmannschaft macht denen so viel aus,als wenn
in China ein Sack Reis umgefallen wäre.
Den bei
diesen Rasenclowns kann man nicht mehr von Ehre sprechen.
Bei denen geht die Ehre erst mit dem Geldbeutel los,also Geldstrafen ohne Ende!
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Strafft den Hüft- und Taillenbereich und sorgt für ein volleres Dekolleté - jetzt für 19,99 €. von neckermann.de
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special
Julian Draxler spricht über die Schufterei im Trainingslager. Video