21.06.2010, 21:06 Uhr | dpa
Das Tischtuch ist zerschnitten zwischen Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech und dem Team. (Foto: imago)
Intrigen, Sittenverfall und Wut: Die Auflösungserscheinungen bei Vize-WeltmeisterFrankreich sind in der Heimat zum Politikum geworden. "Die ganze Welt lacht uns aus, dieser Mummenschanz muss sofort aufhören", forderte Einwanderungsminister Eric Besson empört. Im Fernsehen war der Weltmeister-Trainer von 1998, Aimé Jacquet, den Tränen nahe. "Tiefer kann man nicht stürzen", klagte er. Das schlechte Image werde Frankreich über Jahre hinaus verfolgen. Ex-Nationalspieler Claude Makelele schimpfte: "Mein Gott, man muss doch das Nationaltrikot respektieren."
Die Hahnenkämpfe innerhalb des zerstrittenen Teams nehmen immer groteskere Züge an. Gerüchten zufolge sollen sich auf dem Rückflug nach der Niederlage gegen Mexiko Franck Ribéry und Yoann Gourcuff im Flugzeug geprügelt haben. Der Bayern-Profi dementierte dies allerdings: "Das ist absoluter Schwachsinn, dass ich mich mit ihm im Flugzeug geprügelt habe", sagte Ribéry. "Ich habe überhaupt kein Problem mit Yoann."
Auch Nationaltrainer Raymond Domenech kritisierte seine Spieler hart. "Das war eine unbeschreibliche Dummheit", sagte er vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen Südafrika über den Trainings-Boykott vom Vortag. Auf wen er in der Partie am Dienstag in Bloemfontein noch bauen werde und wer eventuell aus dem Team fliege, wollte der 58-Jährige nicht verraten. Er stellte jedoch klar: "Die Mannschaft stelle nach wie vor ich auf."
Wie "Spiegel.de" berichtet, befürchtet Domenech sogar, dass einige der Spieler das Entscheidungsspiel boykottieren könnten. Der Trainer sagte, es gebe "eine Möglichkeit", dass einige Spieler beim entscheidenden Spiel der Gruppe A nicht dabei sein wollten. Den Profis wirft er "Blödheit" vor.
Frankreichs Legende Zidane äußert sich zu den Skandalen rund um die Equipe Tricolore und kritisiert die Mannschaft scharf. zum Video
Gleichzeitig räumte Domenech jedoch ein, dass es schwierig sei, sich nach den Vorkommnissen der vergangenen Tage auf dieses Spiel vorzubereiten. Die Franzosen können lediglich mit einem Sieg gegen Südafrika und Schützenhilfe von Mexiko oder Uruguay noch das Achtelfinale erreichen. Das Verhältnis zwischen dem Trainer und seinem Team ist jedoch irreparabel zerstört. Bei der Ankunft der Mannschaft auf dem Flughafen in Bloemfontein ging der Trainer nach dem Verlassen der Maschine alleine vorweg. Die Spieler folgten ihm mit großem Abstand. Auch bei der Pressekonferenz am Abend wollte er niemanden neben sich sehen. "Die Leute erwarten jetzt keine Worte mehr von uns, sondern nur noch Taten", sagte Domenech.
Die französischen Profis hatten zuvor ihren Trainings-Streik beendet und gingen still und zumeist mit hängenden Köpfen ihren Übungen nach. Jacquet hofft, dass Les Bleus am Dienstag wenigstens noch um die Ehre kämpfen. Dass die Franzosen noch das Wunder von Südafrika schaffen und ins Achtelfinale einziehen könnten, daran glaubt niemand - bis auf Ex-Weltmeister Zinedine Zidane. "Auch wenn das viele zum Lachen bringen sollte: Ich hoffe, Frankreich noch im Finale zu sehen. Alles bleibt möglich", sagte er.
Nach Anelkas Rauswurf boykottiert die Mannschaft das Training - der entnervte Teammanager schmeißt seinen Job hin. zum Video
Die Skandal-Serie bei der WM in Südafrika lässt das Land vor Scham im Boden versinken. Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der die Ereignisse als inakzeptabel zurückwies, stellte den Profis eine Art Babysitterin zur Seite, die den Schaden in Grenzen halten soll. Sportministerin Roselyn Bachelot musste ihren Aufenthalt in Südafrika verlängern und berief ein Krisentreffen mit Kapitän Patrice Evra, Trainer Domenech und dem Präsidenten des Nationalverbands FFF, Jean- Pierre Escalettes, ein. Alle Delegationsmitglieder rief sie zur "Verantwortung und zur Wahrung der Würde" auf. Politiker und Medien forderten den Rücktritt der gesamten Spitze des FFF.
Die Profis hatten am Vortag das Training verweigert, um gegen den WM-Ausschluss von Stürmer Nicolas Anelka zu protestieren. Der Chelsea-Profi hatte Domenech in der Pause des Mexiko-Spiels (0:2) übel beleidigt und musste vorzeitig die Heimreise nach London antreten. Der Trainer verteidigte diese Maßnahme des Verbandes in aller Deutlichkeit. "Kein professioneller Sportler hat das Recht, sich so zu verhalten. Das kann ich weder in der Umkleidekabine noch sonst wo akzeptieren", sagte Domenech. Die Spieler suchen nun nach dem Maulwurf, der den Zwischenfall ausgeplaudert hatte.
Frankreichs Auftreten in Südafrika ist den Doppelpass-Experten ein Dorn im Auge. zum Video
Quelle: dpa
mober schrieb:
am 22. Juni 2010 um 20:12:46
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Gourcuff
Gourcuff ist eh das gröste mobbingopfer inder nationalmanschaft
wenn man denkt dass das "normale"profis sein sollen
sollen sie
sich auch wie welche benehmen l
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Alfred Bermes schrieb:
am 22. Juni 2010 um 13:17:11
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Magath
Die sollen dem Magath holen, der würde für ordnung sorgen in dem Sauhaufen ;-)
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Gonzo schrieb:
am 22. Juni 2010 um 11:53:48
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Franzosen
Offensichtlich ist Fussball bei den Franzosen eine Disziplinierung, bei der das Gehirn ausgeschaltet ist.
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