03.07.2010, 22:49 Uhr | t-online.de
Argentiniens Fußball-Gott Diego Armando Maradona durchlebt im WM-Viertelfinale gegen Deutschland schwere Minuten. (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Aus Kapstadt berichten Patrick Brandenburg und Markus Polak
Der Gegensatz hätte größer nicht sein können. Vorm Aufwärmen war Argentiniens Trainer Diego Maradona noch wie ein siegreicher Feldherr über den Rasen des Green Point Stadiums in Kapstadt stolziert. Wohl gelaunt und siegessicher hatte er die Liebesbekundungen der argentinischen Fans abgenommen. Gut drei Stunden und vier furchtbare Gegentore später saß die lebende Legende wie ein Häufchen Elend in der Pressekonferenz. Als hätte jemand den Stöpsel gezogen und alle Luft wäre aus dem berühmtesten Wonneproppen der Fußballwelt gewichen. "Ich habe keine Energie mehr. Für gar nichts mehr", gestand der tieftraurige Diego der verblüfften Pressemeute.
Der Trainer der Albiceleste war völlig fertig mit den Nerven nach der Demütigung seines Teams durch die deutsche Nationalmannschaft. "Das war der schlimmste Moment in meinem Leben, seit ich aufgehört habe, selbst Fußball zu spielen", sagte Maradona. Er hielt die Hände dabei gefaltet und und tippte nervös im Stakkato die Innenflächen der Daumen zusammen. Sonst regte sich nichts bei Maradona, der mit 50 Jahren eigentlich immer noch wie ein hyperaktives Kind durchs Leben fegt. Fast apathisch saß Maradona nun da. Die Nase stolz nach oben, aber der Kopf nachdenklich auf halb acht und der Blick tief nach unten gerichtet: "Natürlich sind wir alle sehr enttäuscht."
Für Maradonas Kritiker wird die herbe Pleite Wasser auf die Mühlen sein. Seit dem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren hatten die Medien seines Heimatlandes immer wieder seine Trainer-Qualitäten angezweifelt. Nicht Weltmeister Maradona, der sein Team "bestens für Deutschland vorbereitet" sah, sondern Joachim Löw, als Aktiver nie mehr als ein durchschnittlicher Bundesliga-Spieler, ging aus dem Duell als großer Stratege hervor. Der Bundestrainer zog die richtigen Schlüsse für das Viertelfinale, erkannte die "zweigeteilte argentinische Mannschaft", in der sich etwa Javier Mascherano nicht um die Offensive kümmert, Akteure wie Angel di Maria dagegen nicht um die Defensive. Das DFB-Team nutzte die Räume, und so überrollte nicht die Weltklasse-Offensive um Lionel Messi ein überfordertes DFB-Team. Es war genau andersherum. Eine Zeitenwende im Fußball. Oder mit Maradonas Worten: "Das war wie ein Tritt ins Gesicht."
Dabei hatte der gleichzeitig vergötterte oder verdammte Maradona in den letzten Wochen vieles richtig gemacht. Die frühere Ausnahmekönner hatte fähige Leute für die tägliche Kärrnerarbeit um sich geschart. Er selbst übernahm die wichtige Rolle, das Team auf die große Aufgabe in Südafrika einzuschwören. Maradona war längst mehr als nur das Maskottchen, als das er von Beobachtern verspottet worden war. Innerhalb der Truppe herrschte ein Spirit, wie seit Maradonas aktiven Zeit vielleicht nicht mehr. Zwar hatte der Coach während der quälenden WM-Qualifikation viele Spieler getestet: irrsinnige 107, um genau zu sein. Aber gerade noch rechtzeitig schien er seinen WM-Kader gefunden zu haben - ausgerechnet im März beim 1:0-Testspielsieg über Deutschland.
Nach der 0:4-Niederlage gegen Deutschland herrscht in Argentinien Katerstimmung. zum Video
In Südafrika hatte sein Team geglänzt. Die Vorrunde hatte die Albiceleste sogar mit weißer Weste abgeschlossen. Drei Spiele, drei Siege, 7:1 Tore. Danach waren die Erwartungen in der Heimat ins Unermessliche geschossen. Auch das Viertelfinale verlief sehr ordentlich, selbst wenn gegen Mexiko einige kleine Wölkchen aufzogen. Gegen El Tri mühte sich das Team und benötigte eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters, um auf Kurs zu kommen. Danach aber spielte Maradonas Mannschaft wieder stabil. Umso schlimmer, dass die großen Hoffnungen nun so jäh gestoppt wurden. Möglicherweise steht Maradonas kurze Trainerkarriere schon wieder vor dem Ende. Der Betroffene wollte diese Diskussion aber nicht führen, er war noch ganz in der fürchterlichen Gegenwart gefangen:. "Dies ist nicht die Zeit, um über die Zukunft zu sprechen."
Quelle: t-online.de
Harry schrieb:
am 4. Juli 2010 um 16:21:02
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Maradonna
Diegolein,du mußt nicht traurig sein,bring deine Mannschaft gut heim!
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rpm schrieb:
am 4. Juli 2010 um 15:59:09
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Maradonna
Der Typ konnte früher mal Fußball spielen, das war´s dann aber auch schon. Heute bekommt er ja nicht mal einen ganzen Satz über
die Lippen. Nicht jeder sog. "Fußballgott" ist eben automatisch auch ein guter Trainer. Er kann ja jetzt neben seiner Kirche ein Kloster gründen, vielleicht taugt er ja da etwas. Mich freut, daß der arrogante Pinsel mit seiner Truppe eine voll auf die Mütze bekommen hat.
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Diego schrieb:
am 4. Juli 2010 um 15:16:42
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Maradona
ich finde maradona super und ich hätte ihn gerne noch im finale gesehen. Ein Mann der im Leben alles durchgemacht hat und wieder
zurück in die spur gefunden hat sollte anderen als Vorbild dienen.
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