05.07.2010, 08:56 Uhr | sid
Die Magie ist ungebrochen: Auch nach dem 0:4-Debakel im WM-Viertelfinale stehen argentinische Fußballfans wie ein Mann hinter der Mannschaft und Trainer Diego Maradona. Über 20.000 Anhänger haben die argentinische Nationalmannschaft bei ihrer Ankunft in Buenos Aires frenetisch gefeiert. Die Fans forderten den Verbleib des Nationaltrainers und sangen unentwegt: "Geh nicht, Diego". Der Mannschaftsbus brauchte für die sonst nur wenige Minuten dauernde Fahrt vom Flughafen zum Sitz des Verbandes AFA über eine Stunde, um sich den Weg durch die jubelnden Menschenmassen zu bahnen.
Noch in der Nacht vor dem Rückflug hatten einige Spieler versucht, Maradona zum Weitermachen zu bewegen. Laut der Sportzeitung "Ole" haben Lionel Messi, Carlos Tevez und Mario Bolatti den Trainer in seinem Hotelzimmer aufgesucht. Maradona hat offen gelassen, ob er die Seleccion beim ersten Länderspiel nach der WM am 11. August in Irland anführt.
"Diego 2014", war auf einem Banner zu lesen - die nächste Fußball-WM findet in vier Jahren ausgerechnet im Land des argentinischen Erzrivalen Brasilien statt, das seinem Trainer (Carlos Dunga) nach dem eigenen WM-Aus in Südafrika die Papiere gab. Ob AFA-Verbandschef Julio Grondona Maradona weiter im Amt lässt - wenn dieser will - ist offen. Sollte er Maradona kündigen, würde nach unbestätigten Informationen allerdings eine hohe Abfindung fällig.
Für viele Fans ist eine Zukunft ohne Maradona kein Thema. "Olé, olé, olé, Diego, Diego", skandierten sie. "El Diego wird nicht gehen und gemeinsam nehmen wir Rache", hieß es auf einem anderen Plakat. Allerdings votierten in einer Online-Umfrage der Sportzeitung "Olé" auch 59 Prozent der Befragten gegen eine Fortsetzung der Ära Maradonas.
Medienberichten zufolge sollen nach dem bitteren WM-Aus durch das demütigende 0:4 gegen Deutschland Messi, Carlos Tevez und Mario Bolatti zu Maradona gegangen sein. Im Namen einiger Spieler sollen sie ihn zu einer Fortsetzung seines bis dato lediglich rund 20-monatigen Engagements gebeten haben.
Trotz der 0:4 Niederlage gegen Deutschland im WM-Viertelfinale wurden die Mannschaft und ihr Trainer Maradona von den Fans mit Jubel begrüßt. zum Video
Welche Spieler sich alle auf die Seite des lange Zeit arg umstrittenen Maradona gestellt haben, ist offen. Während der WM-Expedition der Gauchos in Südafrika hatten fast alle von Maradona geschwärmt, seiner Nähe zu den Spielern, seinen unvergleichlichen Erfahrungen als ehemaliger Weltmeister und seinen Gänsehaut-Ansprachen in der Kabine. Seine Kritiker halten ihm indes vor allem angeblich mangelnde taktische Kenntnisse vor.
"Wir sind nicht so weit gekommen, wie wir es uns vorgenommen hatten. Aber ich glaube, dass die Mannschaft eine große Zukunft vor sich hat", hatte Maradona nach dem K.o. gesagt, der in nach eigener Aussage wie ein Schlag von Muhammad Ali traf. Alles weitere wolle er zuerst mit seiner Familie und den Spielern besprechen. "Aber ich möchte, dass der argentinische Fußball wieder zur vollen Blüte gelangt", meinte der 49-Jährige und betonte zugleich: "Wir spielen einen Fußball, der die Leute begeistert und die Herzen in Argentinien höherschlagen lässt."
Der Empfang in der Heimat unterstreicht Maradonas Ansicht sogar. "Die Menschen in Ezeiza waren unglaublich", twitterte Maradona- Schwiegersohn Sergio Agüero über die Rückkehr an den Verbandssitz. "Schaut, schaut, ein Wahnsinn", titelte "Olé" auf der eigenen Internetseite. Den Mythos Maradona kann offensichtlich nichts erschüttern.
Quelle: sid
GinoDull schrieb:
am 5. Juli 2010 um 16:07:15
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Argentinien
Auch ich bin sehr erstaunt, daß die argentischen Fans ihre Mannschaft feiern und nicht verteufeln. Bei einer WM ist es halt so,
daß in der K.O.-Runde 1 schlechtes Spiel genügt und das Ende ist da. Trotzdem freut es mich, daß unsere Mannschaft ein sehr gutes Spiel gezeigt und zu Recht gewonnen hat. Was Maradona betrifft, ein ehemaliger Weltstar muß nicht unbedingt auch ein Spitzentrainer sein. Ein Vorbild für die Jugend war er sowieso nicht!
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Soulbrother schrieb:
am 5. Juli 2010 um 15:59:11
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Argentinien
Respekt und Hut ab! Ich hoffe nur, dass uns dieser widerliche, selbstherrliche Selbstdarsteller und Obermacho ein weiteres Mal erspart bleibt!
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nurso schrieb:
am 5. Juli 2010 um 13:53:11
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Argentinien-auftritt
Ich bin erstaunt. Das ist man von Argentinien so nicht gewöhnt; kein Jammern, kein Wehklagen, keine Schuldzuweisung!
Einfach super, wie die Presse und vor allem die Fans diesmal reagiert haben!!
Ich finde Diego Maradona sollte weiter machen. Er hat nie behauptet ein fertiger oder gar guter Trainer zu sein, sondern selbst gesagt das er jeden Tag dazu lernt.
Wie bei Fußballern die noch keine Erfahrung haben.....die kommt eben erst
mit der Zeit!
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