15.07.2010, 17:12 Uhr | dpa
Thierry Henry spielt nicht mehr für Frankreich und wechselt von Barca zu den New York Red Bulls. (Foto: Reuters)
Neues Glück in Übersee nach verkorkster WM? Frankreichs Rekordtorjäger Thierry Henry hat seinen Rücktritt aus der französischen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. "Das ist das Ende für mich im Nationalteam", teilte der 32-jährige ehemalige Stürmer des FC Barcelona auf der Homepage seines neuen Vereins New York Red Bulls mit.
Henry hatte am Vortag einen Vertrag bei den New York Red Bulls der amerikanischen Major League Soccer unterzeichnet. Er wolle es nicht wie der Engländer David Beckham machen, der als Profi von Los Angeles Galaxy zwischen den USA und Europa "gependelt" sei, sagte er. Nach seinem Debüt 1997 gegen Südafrika (2:1) hatte Henry in 123 Länderspielen insgesamt 51 Mal für Frankreich getroffen.
1998 wurde er vor eigenem Publikum Weltmeister, gewann zudem mit Frankreich die EM 2000 sowie den Confederations Cup 2003.
Der langjährige Nationalelf-Kapitän der Les Bleus galt zu Hause lange Zeit nicht nur als einer der besten und erfolgreichsten Fußballer, sondern auch als einer der beliebtesten Sportler überhaupt. Sein letztes Jahr im Nationalteam wurde jedoch von schlimmen Skandalen überschattet.
Henrys berühmt-berüchtigtem Handspiel war es zu verdanken, dass sich Frankreich im Playoff gegen Irland durchsetzte und für die WM qualifizierte. Durch seine Einwechslungen in den Spielen gegen Uruguay (0:0) und Südafrika (1:2) avancierte er dort zum ersten französischen Spieler, der bei vier Weltmeisterschaften zum Einsatz kam.
Henry schied mit Frankreich bei der WM in Südafrika nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden schon nach der Vorrunde aus. Dabei blamierte sich das Team nicht nur auf dem Rasen. Vor allem die vielen Skandale abseits des Platzes mit der Schimpf-Tirade von Henrys Teamkollegen Nicolas Anelka in der Halbzeit des Mexiko-Spiels (0:2), dem Ausschluss des Stürmers, dem Trainingsstreik und einer Cliquenbildung sorgten für Empörung.
Die Zeitung Le Figaro würdigte nach der Rücktrittsnachricht Henrys internationale Karriere. Er und die französische Nationalelf seien zusammen groß geworden, schrieb das Blatt in der Onlineausgabe. Der Franzose wolle sich wohl nun in New York von Stress und Strapazen erholen, stellte das Blatt fest. Henry versprach allerdings den amerikanischen Fußballfans, dass er in den USA Ambitionen habe und nicht "den Fußball-Rentner" spielen wolle. "Ich will gewinnen", sagte er.
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Quelle: dpa
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